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Samsung meldet Gewinnsprung, KI-Chipboom treibt auch TSMC

ARCHIV: Ein Samsung-Chip-Mitarbeiter erklärt in einem Interview in Seoul im März 2016, wie Siliziumwafer in der Halbleiterproduktion eingesetzt werden.
Archivaufnahme: Mitarbeiter von Samsung erläutert in einem Interview in Seoul, Südkorea, im März 2016, wie Siliziumwafer in der Chipfertigung eingesetzt werden. -  Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Samsung Electronics erwartet im dritten Quartal einen operativen Rekordgewinn von 107,4 Billionen Won (80,2 Milliarden Dollar). TSMC meldet Rekordumsatz, getrieben vom KI-Chipboom.

Zwei der größten Chipproduzenten Asiens melden glänzende Zahlen. Samsung steuert auf das profitabelste Quartal seiner Geschichte zu, TSMC verzeichnet einen Rekordumsatz. Treiber ist der weltweite Investitionsboom in Künstliche Intelligenz.

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Der südkoreanische Konzern schätzt seinen operativen Gewinn im dritten Quartal auf 107,4 Billionen Won, umgerechnet 80,2 Milliarden Dollar (71,5 Milliarden Euro). Damit legt Samsung deutlich zu: Im vorherigen Quartal waren es 89,49 Billionen Won (59,6 Milliarden Euro), vor einem Jahr 12,17 Billionen Won (8,1 Milliarden Euro).

Das entspräche einem Plus von 782,5 Prozent binnen eines Jahres.

Bestätigen sich die Zahlen, wäre es der höchste Quartalsgewinn eines Tech-Unternehmens überhaupt. Samsung würde damit die 63,7 Milliarden Dollar (56,8 Milliarden Euro) übertreffen, die der US-Chiphersteller Nvidia im jüngsten Vierteljahr erzielte.

Zugleich wäre es erstmals, dass ein südkoreanischer Konzern in einem Quartal mehr als 100 Billionen Won (66,6 Milliarden Euro) verdient. Für Samsung wäre es das vierte Rekordquartal in Folge.

Analysten hatten im Schnitt 106,1 Billionen Won (70,6 Milliarden Euro) prognostiziert, meldet der Datenanbieter LSEG.

Den Umsatz veranschlagt Samsung auf 195 Billionen Won, also 145,6 Milliarden Dollar (129,9 Milliarden Euro). Das wären 127 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und entspräche einer operativen Marge von rund 55 Prozent.

ARCHIV: Logo von Samsung Electronics am Firmensitz in Seoul, Südkorea, 2020
ARCHIV: Logo von Samsung Electronics am Firmensitz in Seoul, Südkorea, 2020 AP Photo/Ahn Young-joon

Samsung gehört zu den weltweit größten Herstellern von Speicherchips und profitiert vom KI-Boom. Betreiber von Rechenzentren kaufen große Mengen High-Bandwidth-Memory (HBM), gestapelte Chips, die Daten besonders schnell an KI-Prozessoren liefern. Gleichzeitig treibt das knappe Angebot die Preise für DRAM- und NAND-Speicher.

Eine Aufschlüsselung nach Sparten gab der Konzern noch nicht bekannt. Der vollständige Quartalsbericht folgt am 29. Oktober.

Trotz der starken Eckdaten schloss die Samsung-Aktie am Donnerstag in Seoul 2,42 Prozent niedriger bei 262.000 Won. Viele Anleger nahmen Gewinne mit und fragen sich, wie lange der Speicherboom noch anhält. Der Leitindex KOSPI verlor 2,62 Prozent.

Seit September vergangenen Jahres hat sich der Kurs von Samsung dennoch fast vervierfacht.

TSMC mit Rekordquartal, Taiwans Exporte erreichen Höchststand

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), der weltweit größte Auftragsfertiger für Chips und unter anderem Partner von Nvidia und Apple, meldete am Donnerstag für September einen Umsatzzuwachs um 54,6 Prozent auf 511,86 Milliarden Taiwan-Dollar, rund 16 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro).

Das liegt nur 0,6 Prozent unter dem bisherigen Monatsrekord vom August. Auf Basis der Monatszahlen ergibt sich für das dritte Quartal ein Rekordumsatz von 1,49 Billionen Taiwan-Dollar, also 46,8 Milliarden Dollar (41,8 Milliarden Euro). Das sind 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 17,6 Prozent mehr als im vorherigen Quartal.

Damit übertrifft TSMC sogar die obere Grenze der eigenen Prognose von 44,6 bis 45,8 Milliarden Dollar (39,8 bis 40,8 Milliarden Euro). Der Umsatz der ersten neun Monate stieg um 41,1 Prozent auf 3,9 Billionen Taiwan-Dollar, also 122,1 Milliarden Dollar (108,9 Milliarden Euro).

Die TSMC-Aktie hatte in Taipeh bereits 1,35 Prozent im Minus geschlossen, bevor die Zahlen veröffentlicht wurden.

Parallel dazu meldet Taiwan einen Exportanstieg um 60,9 Prozent auf den Rekordwert von 87,2 Milliarden Dollar (77,9 Milliarden Euro) im September. Haupttreiber ist die weltweite Nachfrage nach KI-Hardware.

Der Exportboom schiebt das Wirtschaftswachstum kräftig an. Das Bruttoinlandsprodukt der Insel legte im zweiten Quartal um 12,9 Prozent im Jahresvergleich zu.

Die anstehenden Geschäftsberichte zeigen, ob der Boom anhält. TSMC legt seine vollständigen Zahlen zum dritten Quartal und den Ausblick am 15. Oktober vor, einen Tag nach dem niederländischen Chipausrüster ASML.

Die Detailzahlen von Samsung folgen am 29. Oktober. Nvidia veröffentlicht seine Ergebnisse voraussichtlich im November und gilt als wichtiger Gradmesser dafür, wie lange die Rally der KI-Chips weiterläuft.

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