Ein Notfallcode für eine Flugzeugentführung hat am Dienstag einen Großeinsatz am Flughafen Nürnberg ausgelöst. Nach rund zwei Stunden gab die Polizei Entwarnung: Ursache war offenbar ein defektes Funkgerät.
Der Flughafen Nürnberg ist am Dienstagmittag wegen eines Polizeieinsatzes für rund zwei Stunden gesperrt worden. Der Anlass war offenbar ein Fehlalarm. Aus dem Cockpit einer Maschine von Corendon Airlines (Flug XR456) war ein Notfallcode für eine Entführung gesendet worden. Nach Angaben der Polizei deutet bislang vieles auf ein defektes Funkgerät hin.
Entführungscode und Eurofighter
Wie die Polizei Mittelfranken mitteilte, hatte die Besatzung der aus Korfu kommenden Boeing 737-800 den Code "7500" abgesetzt. Er steht für eine Flugzeugentführung. Danach war die Crew per Funk nicht mehr erreichbar. "Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen", sagte ein Polizeisprecher laut BR24.
Deshalb stiegen Eurofighter der Bundeswehr auf und begleiteten die Maschine. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung gehörten die Kampfjets zum Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau. Dort stehen laut BR24 rund um die Uhr zwei Eurofighter als sogenannte Alarmrotte bereit. Die Jets drehten ab, nachdem die Lage sich entspannt hatte.
Sichere Landung, Passagiere wohlauf
Das Flugzeug landete laut Flightradar24 um 12.16 Uhr sicher in Nürnberg. Die Polizei Mittelfranken bestätigte dies auf X. Die Passagiere mussten zunächst im Flugzeug bleiben und durften es nach etwa einer Stunde verlassen. Sie wurden mit Bussen in die Ankunftshalle gebracht und dort von einem Notfallteam betreut. Passagiere und Piloten sind laut Polizei wohlauf.
Gegen 13.20 Uhr gab die Polizei Entwarnung. Kurz darauf lief der Flugbetrieb wieder an. Andere Flüge waren zuvor umgeleitet worden. Die Ermittlungen zur genauen Ursache dauern an. Corendon äußerte sich zunächst nicht, wie BR24 berichtet.
Drohnenmeldung in der Nacht
Schon in der Nacht hatte es am Flughafen Aufregung gegeben. Wie die Polizei mitteilte, meldeten zwischen 2 und 4 Uhr drei Piloten unabhängig voneinander bei Starts und Landungen ein Objekt. Ob es sich um eine Drohne handelte, ist ungeklärt. Eine Suche der Polizei, auch mit einem Hubschrauber, blieb ohne Ergebnis. Einen Zusammenhang mit dem Einsatz am Mittag gibt es laut Süddeutscher Zeitung offenbar nicht.