Finden Sie uns
Werbung

Frankreich: Journalistin Natacha Polony geht ins Rennen um Präsidentenamt

Natacha Polony
Natacha Polony -  Copyright  Regis Duvignau/Pool via AP ; AP Photo/Vianney Le Caer
Copyright Regis Duvignau/Pool via AP ; AP Photo/Vianney Le Caer
Von Alexander Kazakevich & Jean-Philippe Liabot
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Polony sagt, sie verlasse die Rolle der Beobachterin, um ihrem Land „nützlich“ zu sein. Frankreich sei im völligen „Chaos“: Schuldenkrise, „tragische“ Lycée-Krise und „totale Perspektivlosigkeit“.

Die Liste der Kandidaten für die französische Präsidentschaftswahl 2027 wird immer länger.

WERBUNG
WERBUNG

Die 51-jährige Journalistin und Essayistin Natacha Polony kündigte am Mittwoch, dem 14. Oktober, bei France Inter an, in das Rennen um den Élysée einzusteigen. Sie wolle „das politische Spiel durcheinanderbringen“.

„Die Lage zwingt mich“

Die frühere Chefredakteurin des französischen Nachrichtenmagazins Marianne, Natacha Polony, spricht von einem „völligen Bedeutungsverlust“ Frankreichs. Sie setzt auf wirtschaftliche, energiepolitische und Ernährungssouveränität. Außerdem fordert sie eine Politik der Reindustrialisierung, um „wieder Arbeit zu schaffen“ und „Geld in die Kassen des Staates zu bringen“.

Sie betont ihre Verbundenheit mit der Republik und der Schule und will eine Alternative zum traditionellen Links-Rechts-Gegensatz anbieten.

Eine seit Monaten gereifte Entscheidung

Ende August gründete sie ihre Bewegung „Nous sommes la France“, gedacht für „alle politischen Waisen“. Sie wolle „diejenigen sammeln, die sich im heutigen politischen Angebot nicht mehr wiederfinden“.

Bei France Inter sprach Natacha Polony von 60 000 Mitgliedern ihrer Bewegung, die „gegen den Niedergang Frankreichs kämpfen“ wollen.

Oft bezeichnen ihre Kritiker sie als „Souveränistin“. Sie weist dieses Etikett zurück und nennt es einen „Lieblingsfluch“ des „Systems“.

Ende September geriet sie in einer hitzigen Fernsehdiskussion mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot aneinander. Sie warf ihm vor, Frankreich für ein „kleines Land“ zu halten. Aus ihrer Sicht „fantasiert“ Paris unter Emmanuel Macron von europäischer Einheit und bemüht sich „um jeden Preis“, „der Musterschüler Europas“ zu sein – selbst wenn dafür „vitale“ Interessen des Landes geopfert werden.

Als Beispiel nennt sie das Aus für das deutsch-französische Kampfjetprojekt. Außerdem kritisiert sie Entscheidungen zur europäischen Bevorzugung im Verteidigungsbereich, die aus ihrer Sicht Frankreich benachteiligen, während Deutschland weiter amerikanische Waffensysteme kaufen will.

Zahlreiche Bewerber: Ziehen alle bis zum Schluss durch?

Neben Natacha Polony gelten bereits knapp 30 Persönlichkeiten als mögliche Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2027.

Zu den wichtigsten Namen gehören Marine Le Pen für den Rassemblement national und Jean-Luc Mélenchon, Galionsfigur von La France insoumise, ebenso wie die früheren Premierminister Édouard Philippe und Gabriel Attal.

Auf der Mitte-Links-Seite will Raphaël Glucksmann, Sieger im ersten Wahlgang der sozialdemokratischen Vorwahl, eine Alternative zur radikalen Linken um Jean-Luc Mélenchon bieten.

Im Hintergrund positionieren sich der frühere sozialistische Präsident François Hollande, Dominique de Villepin, einst Premierminister von Jacques Chirac, und Bruno Le Maire, Wirtschaftsminister von 2017 bis 2024. Sie haben ihre Pläne noch nicht offen gelegt.

Diese Liste bleibt vorläufig. Damit sie beim ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl, der für den 18. April angesetzt ist, offiziell antreten können, müssen die Bewerber mindestens 500 Unterstützungsunterschriften gewählter Mandatsträger sammeln.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Glucksmann gewinnt Vorwahl der französischen Sozialdemokraten mit 66 Prozent

Frankreich: Journalistin Natacha Polony geht ins Rennen um Präsidentenamt

Unwetter in Griechenland: Autofahrer (25) wird mit Auto ins Meer gespült