Der Eingriff verlief erfolgreich, es gab keine Komplikationen. Nach drei Stunden war Papst Leo XIV. zurück in seinem Zimmer im Gemelli. Doch die histologischen Tests ergaben, dass der Knoten bösartig war.
Papst Leo XIV. hat sich am Dienstag in Rom erfolgreich einer chirurgischen Entfernung eines „Adenokarzinoms der Lunge“ unterzogen. Der bösartige Tumor machte zudem die „Entnahme des unteren rechten Lungenlappens“ erforderlich, heißt es in dem medizinischen Bulletin, das am Abend vom vatikanischen Pressesaal veröffentlicht wurde.
Der Eingriff im Krankenhaus Gemelli unter der Leitung des Chirurgen Stefano Margaritora dauerte insgesamt drei Stunden. Luigi Carbone, der Arzt des Papstes, war dabei anwesend. Die histologische Untersuchung des entfernten Gewebes bestätigte die Tumordiagnose.
Nach Angaben der Ärzte kam es zu keinen Komplikationen. Der Papst wurde anschließend in ein Zimmer im zehnten Stock des Krankenhauses gebracht.
Der Pontifex ist am Dienstag kurz nach 13 Uhr im Krankenhaus Gemelli in Rom eingetroffen. Er begrüßte die wartenden Menschen und betrat die Klinik zu Fuß. Dort galten besondere Sicherheitsvorkehrungen.
Aufnahme und Operation wurden kurzfristig geplant, nachdem Leo XIV. selbst am Sonntag die Entdeckung des Knotens bekanntgegeben hatte.
Wegen Renovierungsarbeiten in der Wohnung, die normalerweise dem Kirchenoberhaupt vorbehalten ist, wohnt Leo XIV. nun im zehnten Stock der Klinik. Dort liegt der sogenannte solvente Bereich mit Privat- und Wahlleistungszimmern, der häufig für Patienten genutzt wird, deren Privatsphäre besonders geschützt werden soll.
Der Zugang zu diesem Bereich bleibt für die gesamte Dauer des Aufenthalts gesperrt. Zutritt gibt es nur mit einer Genehmigung der Präfektur des Päpstlichen Hauses, die vatikanische Gendarmerie überwacht die Ein- und Ausgänge.
Den bevorstehenden chirurgischen Eingriff hatte der Papst selbst am Sonntag angekündigt, am Ende des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz. Der Knoten war in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden. Auf Anraten der Ärzte entschied sich Papst Leo, ihn operativ entfernen zu lassen.
Kurz vor der Aufnahme verlas der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, ein Telegramm, das der Papst am Dienstag an die Teilnehmenden einer Tagung an der Päpstlichen Universität Gregoriana geschickt hatte: „Iustitia et Pax – Die Bewahrung und Stärkung des Friedens in dieser aufgewühlten Welt“.
„Ich wünsche mir, dass die Teilnehmenden meinen Gruß und meine besten Wünsche für ihre Arbeit erhalten. Mein Gedanke gilt der Arbeit, den Frauen und Männern, die sich für die Suche nach Frieden einsetzen. Das gewählte Thema ist ein Zeichen der Hoffnung für die Menschheit. Es ist eine Aufgabe, die mit Geduld gepflegt werden muss.“
Solidaritätsbekundungen für Papst Leo: Parolin: „Beeindruckt von der Gelassenheit bei seiner Ankündigung“
In diesen Stunden haben zahlreiche Geistliche und Laien dem Papst ihre Verbundenheit bekundet und ihm eine schnelle Genesung gewünscht.
„Wir sind alle beeindruckt von der Gelassenheit, mit der der Papst die bevorstehende Operation angekündigt hat. Wir hoffen, wie er selbst gesagt hat, dass wir erst ganz am Anfang dieser Schwierigkeit stehen und sich das Problem bald lösen lässt. Wir sind zuversichtlich und begleiten ihn natürlich mit unserem Gebet und unserer Zuneigung“, sagte Parolin.
Der vatikanische Staatssekretär betonte, „es ist etwas, das wir, Gott sei Dank, sehr früh bemerkt haben. Normalerweise lassen sich solche Dinge gut behandeln, wenn man sie rechtzeitig entdeckt“. „Aber das sind, wie der Papst gesagt hat, die Überraschungen Gottes“, schloss der Kardinal.
Der ältere Bruder von Leo XIV., Louis Prevost, rief die Gläubigen dazu auf, den Papst in ihre Gebete einzuschließen, „damit dieser Eingriff gut verläuft und es zu keinen weiteren Komplikationen kommt“. Im Gespräch mit dem „Corriere della Sera“ zeigte sich Prevost überzeugt, „dass er sich vollständig erholen und seine Mission fortsetzen wird, die katholische Kirche zu leiten“.
„Ich bin sicher, dass Gebete helfen“, fügte der Bruder des Pontifex hinzu, auch er liegt in einem Krankenhaus in Florida, wo er wegen einer Krebserkrankung behandelt wird.
Auch der Präsident der Gemeinschaft Sant’Egidio, Marco Impagliazzo, äußerte sich zur Krankenhauseinweisung Leos. Er betonte, der Papst „bleibt voll im Amt“ und es gebe „weder einen vakanten noch einen behinderten Stuhl Petri“. „Mich hat die Offenheit beeindruckt, mit der er einen möglichen Aspekt des Lebens sichtbar gemacht hat“, sagte der Präsident von Sant’Egidio.
„Viele Päpste sind krank geworden und sogar im Apostolischen Palast operiert worden, etwa Paul VI., bei dem in einem provisorischen Operationssaal ein Eingriff an der Prostata vorgenommen wurde. Seit dem Attentat auf Johannes Paul II. hat man sich entschieden, ins Gemelli zu gehen. Das bedeutet, den Vatikan zu verlassen und Italien um Gastfreundschaft zu bitten. Abgesehen vom Platz für Mitarbeiter und Gendarmerie ist der Papst dort ein Patient wie alle anderen. Und Leo XIV. setzt diese Linie fort“, sagte Impagliazzo und erklärte, er sei bereit, den Pontifex am 27. Oktober in Assisi zu empfangen – zum 40. Jahrestag des von Johannes Paul II. ins Leben gerufenen interreligiösen Treffens für den Frieden.