Papst Leo ist seit Samstag nach einer OP an der rechten Lunge wieder aus dem Krankenhaus. Vom Apostolischen Palast betete er den Angelus, dankte dem Ärzteteam und kündigte an, seine Aufgaben nach und nach wieder aufzunehmen.
Mit einem warmen Applaus empfingen zahlreiche Gläubige am Sonntagmorgen auf dem Petersplatz im Vatikan Papst Leo XIV. Punkt zwölf Uhr trat er am Fenster des Apostolischen Palastes hervor und sprach das Angelusgebet.
Am Samstag durfte Papst Leo XIV das römische Gemelli-Krankenhaus verlassen. Dort hatte er fünf Tage gelegen, nachdem Ärzte den unteren Lappen seines rechten Lungenflügels wegen eines Adenokarzinoms entfernt hatten.
„Ich möchte allen danken, die in diesen Tagen für mich gebetet haben. Ich habe eure Unterstützung wirklich gespürt, danke“, sagte der Pontifex. „Besonders dankbar bin ich den Ärzten, den Pflegekräften und allen Mitarbeitenden des Poliklinikums Gemelli“, fuhr der Papst fort. Dann schilderte er, wie er den Krankenhausaufenthalt erlebt hat: „Er hat mir die Nähe zu all jenen besonders bewusst gemacht, die Krankheit und Gebrechlichkeit durchstehen.“
„In dieser sensiblen Phase werde ich meine Aktivitäten schrittweise wieder aufnehmen“, kündigte Leo XIV an. In den kommenden Wochen erwarten den Pontifex Termine in Lateinamerika.
Gesundheitszustand von Papst Leo: Professor Margaritora nennt ihn „idealen Patienten“
Zum bevorstehenden apostolischen Besuch äußerte sich Professor Stefano Margaritora, der Chirurg, der Papst Leo XIV am Dienstag, 13. Oktober, an der Lunge operiert hat. In einem Interview mit den Vatikanmedien erklärte er, aus klinischer Sicht gebe es keinen Grund, die Reise abzusagen.
Nach Angaben Margaritoras befand sich der Papst bei seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in „zufriedenstellendem“ Allgemeinzustand. „Die Wiederausdehnung der Lunge verläuft im nach einem solchen Eingriff üblichen Tempo. Insgesamt geht es ihm gut“, sagte der Mediziner.
Die Entdeckung des bösartigen Tumors erfolgte laut Margaritora zufällig. „Wie leider häufig zeigte eine Routineuntersuchung des Bauchraums im Brustkorb, an den Basen der Lunge, einen kleinen Fleck. Das ist relativ normal, denn bei radiologischen Untersuchungen des Abdomens werden wegen des Zwerchfells, das wie ein Fallschirm wirkt, auch die Lungenbasen mit abgebildet. Wäre dieser kleine Fleck jedoch etwas höher gelegen, hätte man ihn wohl nicht gesehen“, erklärte der Chirurg.
Der Professor zeigte sich mit dem Verlauf des Eingriffs sehr zufrieden und berichtete, der Papst habe sich bei der anschließenden Rehabilitation „mit ganzer Kraft“ eingesetzt. „Sein Wille, sich sehr schnell zu erholen, ist aus jeder Perspektive beeindruckend gewesen; das war wirklich vorbildlich“, betonte er.
„Papst Leo war ein idealer Patient. Ich sage das nicht aus Höflichkeit, sondern weil er dem Team, das sich um ihn kümmerte, wirklich keinerlei Probleme bereitet hat“, sagte Margaritora weiter.
Für die Genesung veranschlagt Margaritora etwa zwei Wochen. Daher hält er die Lateinamerika-Reise des Papstes, die ab dem sechsten November geplant ist, für gut möglich. „Ich würde sagen, es gibt keine klinischen Gründe, die gegen diese Reise sprechen“, so der Professor.