Am Dienstag konnten Millionen Nutzer nicht mehr auf die App und Dienste von Revolut zugreifen. Auslöser war offenbar ein Stromausfall in einem Google-Cloud-Rechenzentrum bei London. Laut Revolut ist der Fehler inzwischen behoben und der Dienst wieder online.
Die Onlinebanking-App Revolut hat nach eigenen Angaben die Störung, die am Dienstag für Millionen Nutzerinnen und Nutzer massive Probleme verursacht hat, inzwischen behoben.
„Aufgrund einer aktuellen Störung bei Google Cloud kam es heute in der Revolut-App zeitweise zu Ausfällen“, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. „Das Problem ist nun behoben, alle Dienste stehen wieder zur Verfügung.“
Bereits am Morgen hatten Nutzerinnen und Nutzer berichtet, dass sie nach einem Systemausfall weder auf ihr Geld zugreifen noch ihre Bankkarten einsetzen konnten. Zahlungen wurden demnach abgewiesen, andere erhielten Fehlermeldungen, wenn sie sich in ihr Konto einloggen wollten.
Nach zahlreichen Meldungen in sozialen Netzwerken veröffentlichte Revolut eine Erklärung, um die Kundschaft zu beruhigen und zu betonen, dass ihre Guthaben unangetastet bleiben.
„Wir verzeichnen derzeit eine Störung, die mehrere Dienste betrifft. Wir können bestätigen, dass das Geld und die Daten all unserer Kundinnen und Kunden sicher sind“, hieß es in der Mitteilung von Revolut.
„Wir arbeiten seit heute Morgen an der Behebung und entschuldigen uns bei allen Betroffenen für die Unannehmlichkeiten.“
Die Störung stand offenbar im Zusammenhang mit einem Stromausfall in einem Google-Cloud-Rechenzentrum in der Nähe von London, der am Dienstag zu erheblichen Ausfällen führte.
Google erklärte in einer Service-Mitteilung, die Cloud-Dienste seien wegen eines ‚Stromereignisses‘ zeitweise ausgefallen. Auch mehrere andere britische Banken meldeten Störungen.
Inzwischen teilte Google mit, das Problem sei für ‚die meisten‘ Kundinnen und Kunden ‚weitgehend behoben‘, nur eine ‚sehr kleine Zahl‘ sei weiterhin betroffen.
Millionen Kundinnen und Kunden betroffen
Am Dienstag konnten Millionen Revolut-Nutzerinnen und -Nutzer wegen der anhaltenden Störung weder auf ihre Konten zugreifen noch mit ihren Karten bezahlen.
Beschwerden kamen aus aller Welt: unter anderem aus dem Vereinigten Königreich, Irland, Frankreich, Spanien und Japan. Ob tatsächlich alle Revolut-Konten betroffen waren, ist weiter unklar.
Revolut gilt als wertvollstes Start-up Europas und wird derzeit mit 121,1 Milliarden Dollar bewertet – mehr als traditionelle Bankriesen wie Barclays, Lloyds oder Santander.
Nach eigenen Angaben hat Revolut mehr als 80 Millionen Privatkundinnen und -kunden und gewinnt derzeit rund eine Million neue Nutzerinnen und Nutzer alle 17 Tage hinzu. Hält dieses Tempo an, dürfte das Unternehmen bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen Kundinnen und Kunden überschreiten.
Großen Erfolg feierte die Onlinebank zunächst mit Angeboten für Auslandsreisen. Dazu gehören günstige Wechselkurse, Kartenzahlungen ohne Auslandseinsatzgebühr und weltweiter Zugang zu Bargeldautomaten ohne zusätzliche Kosten. Höhere Mitgliedsstufen bieten zudem Krankenversicherung, Zugang zu Flughafen-Lounges und Absicherung bei Flugverspätungen.
Revolut-Kundinnen und -Kunden können sich außerdem untereinander kostenlos in Echtzeit Geld senden. Internationale Überweisungen laufen schnell und mit niedrigen, transparenten Gebühren.
Die größten Märkte des in Großbritannien ansässigen Start-ups liegen im Vereinigten Königreich (13 Millionen), in Spanien (sechs Millionen) und in Frankreich (fünf Millionen).
Außerdem nutzen mehr als 750.000 Unternehmen den Dienst Revolut Business.