Finden Sie uns
Werbung

Schengen-Shuffle meistern: so halten Sie die 90-in-180-Regel ein

Nicht-EU-Bürger dürfen sich bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Schengen-Raum aufhalten.
Nicht-EU-Bürger dürfen sich im Schengen-Raum höchstens 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen aufhalten. -  Copyright  Dennis Gecaj/Unsplash
Copyright Dennis Gecaj/Unsplash
Von Dianne Apen-Sadler
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Nicht-EU-Bürger können auf der Website des Entry/Exit System (EES) leicht prüfen, wie viele Tage ihnen für Reisen innerhalb der EU noch bleiben.

Als Brite, der beim Referendum für den Verbleib gestimmt hat, sehne ich mich nach den Tagen vor dem Brexit, als nur mein Kontostand entschied, wie lange ich quer durch den Kontinent reisen konnte.

WERBUNG
WERBUNG

Leider vorbei. Es hat wenig Sinn, der Vergangenheit nachzutrauern – es sei denn, Andy Burnham möchte doch noch „den ganzen Weg gehen“ und wieder in die EU zurückkehren? Sehr gern, danke schön. Oder jemand mit einem EU-Pass geht vor mir auf die Knie…

Für Staatsangehörige aus Drittstaaten gilt: Sie dürfen sich höchstens neunzig Tage innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums im Schengen-Raum aufhalten. Ich reise oft durch die EU, deshalb ist das Zählen meiner Tage inzwischen fast zu einer Obsession geworden.

Ich bin damit nicht allein. Eine ganze Community versucht den „Schengen Shuffle“: Sie wechseln ständig zwischen Schengen- und Nicht-Schengen-Staaten, um die Regeln einzuhalten und trotzdem in Europa zu bleiben.

Es gibt eine einfache Möglichkeit, das eigene Limit im Blick zu behalten. Zuerst aber die wichtigsten Regeln.

EU-Kurzaufenthalte: Das müssen Nicht-EU-Bürger wissen

Wie bereits erwähnt, erlauben diese Kurzaufenthalte Nicht-EU-Bürgern, sich bis zu neunzig Tage innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums im Schengen-Raum aufzuhalten.

Zur Einordnung: Der Schengen-Raum umfasst 29 Staaten. Dazu gehören 25 der 27 EU-Mitgliedsländer – Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Spanien und Schweden – sowie vier Nicht-EU-Staaten: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Zur Ergänzung: Zwei EU-Staaten gehören nicht zum Schengen-Raum, nämlich Zypern und Irland.

Bürgerinnen und Bürger aus einigen Staaten, etwa China, Indonesien, Indien oder den Philippinen, benötigen für die Einreise in den Schengen-Raum ein Visum. Menschen aus Ländern wie dem Vereinigten Königreich, den USA, Australien oder Neuseeland brauchen derzeit keines. Die vollständigen Listen finden Sie auf der EU-Rechtsseite (Quelle auf Englisch).

Schengen-Aufenthalt prüfen: So viele Tage bleiben noch

Die Grenze von neunzig Tagen innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums setzt sich nicht einfach alle sechs Monate zurück. Sie läuft rollierend. Sie müssen also auf die vergangenen 180 Tage schauen und zählen, wie viele Sie davon im Schengen-Raum verbracht haben. Mit jedem Tag, der vergeht, gewinnen Sie andere Tage wieder zurück.

Das vielkritisierte Ein- und Ausreisesystem der EU (Entry/Exit System, EES) wurde im vergangenen Jahr eingeführt und seit April vollständig angewendet. Es soll automatisch erkennen, wer seine zulässige Aufenthaltsdauer überschreitet.

Sie können Ihre neunzig Tage selbst mitrechnen. Bequemer ist es aber, auf der EES-Webseite (Quelle auf Englisch) zu prüfen, wie lange Sie noch bleiben dürfen.

Dafür geben Sie Ihre Passdaten ein, tragen die geplanten Reisedaten und das Zielland ein. Die Seite zeigt Ihnen dann, wie viele Tage Ihnen bei der Einreise und bei der Ausreise noch bleiben. Ziemlich unkompliziert.

Die Strafen für Personen, die zu lange bleiben unterscheiden sich von Staat zu Staat. Manche Länder wie Deutschland können Geldbußen von bis zu 3.000 Euro verhängen. Andere sprechen Einreisesperren aus, die einige Monate oder sogar mehrere Jahre dauern können.

Wer einmal überzieht, muss außerdem damit rechnen, bei der nächsten Einreise in den Schengen-Raum strenger kontrolliert zu werden. Im schlimmsten Fall verweigern die Behörden die Einreise.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Einreise nach Europa: EES-Grenzkontrollen ändern sich ab 6. September

Europa verschiebt Einführung der ETIAS-Reisegenehmigung auf unbestimmte Zeit

Neues EU-Grenzsystem: Verändert sich das Reiseverhalten der Briten?