In Zusammenarbeit mit Turkish Airlines präsentierte die Künstlerin Gulnur Mukazhanova ihre fortlaufende Textilserie „Bosağa“ auf der Frieze London 2026.
Was kann uns ein Stück Stoff über unsere Herkunft, unsere Wege und unsere Zukunft erzählen?
Auf der diesjährigen Frieze London, einer der einflussreichsten Messen für zeitgenössische Kunst weltweit, geht die in Kasachstan geborene und in Berlin lebende Künstlerin Gulnur Mukazhanova diesen Fragen mit einer Reihe von Textilarbeiten nach, die Jahrhunderte kultureller Geschichte zusammenführen.
In Kooperation mit Turkish Airlines zeigt sie unter dem Titel Bosağa: Journeys Across Cultures and Time ein Triptychon aus ihrer seit 2021 entstehenden Reihe Bosağa. Der Name stammt aus dem Kasachischen und anderen Turksprachen und bedeutet „Schwelle“ – ein Punkt des Übergangs zwischen Orten, Kulturen oder sogar verschiedenen Seinszuständen.
Im Zentrum der Arbeiten steht Filz, ein Material, das tief in den Nomadentraditionen Zentralasiens verwurzelt ist. Filz diente traditionell beim Bau von Jurten und bot den Vorfahren der Künstlerin über Generationen hinweg Schutz, wenn sie die weiten Landschaften durchquerten.
Mukazhanova kombiniert handgefertigten Filz mit Stofffragmenten in leuchtenden Farben, die sie auf Reisen durch Asien gesammelt hat. Sie näht oder klebt die Stücke nicht, sondern steckt sie mit Nadeln fest. So entsteht ein Eindruck von Zerbrechlichkeit und der Gedanke, dass nichts für immer sein muss.
Zugleich greift sie die Tradition des tuskiiz auf, eines kasachischen bestickten Wandbehangs mit reicher Symbolik, der mit Schutz verbunden ist. Für die Serie hat sie außerdem Kunst des 14. Jahrhunderts in Italien studiert, insbesondere üppig verzierte Teppiche, die über die Seidenstraße aus Asien nach Europa gelangten.