Mehr als 700.000 Fans haben Shakira in Madrid gesehen. Die Regionalpräsidentin spricht von 400 Millionen Euro für die Stadt, Shakiras Team von gut 200 Millionen.
Wie viel Geld bleibt wirklich in Madrid, wenn Shakira auftritt? Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, feiert auf Instagram die wirtschaftlichen Folgen der Konzerte der kolumbianischen Sängerin: mehr als 700.000 Zuschauer und 400 Millionen Euro für die Hauptstadt. Diese Zahl passt allerdings nicht zu den mehr als 200 Millionen Euro, von denen das Team der Künstlerin spricht. Auch diese Schätzung wird laut der Zeitung "El Español" nicht von einer unabhängigen Prüfung gestützt.
Schon vor dem "Hurrikan Shakira", der Madrid traf und sich auf den Macondo Park konzentrierte, kursierten erste Schätzungen zwischen 150 und 200 Millionen Euro. Der wirtschaftliche Schub zeichnete sich früh ab: Bei einem Großevent dieser Dimension rechneten Hotellerie, Verkehr und Gastronomie mit vollen Kassen. Als die Sängerin eine Verlängerung der Tour ankündigte, stiegen die Prognosen auf rund 350 Millionen Euro. Genau hier dürften die Zahlen auseinanderlaufen.
Hotelbuchungen als Gradmesser
Einen großen Teil des Geldes ließ die "Loba" in den Hotels, doch auch hier gehen die Angaben auseinander. Die Buchungsplattform Atrápalo erklärte zum Start der Konzertreihe, vor allem die Rechnung sei gestiegen, im Schnitt um 34 Prozent pro Reservierung. Die Zahl der Buchungen sei gegenüber den zwei Vorwochen stabil geblieben, in denen Madrid bereits im Zeichen der Formel 1 stand. SiteMinder meldete dagegen 14,8 Prozent mehr Hotelreservierungen und einen durchschnittlichen Zimmerpreis, der von 283 auf 339 Euro stieg. Booking.com verzeichnete während der Konzertreihe 56 Prozent mehr Suchanfragen nach Unterkünften, am letzten Wochenende sogar 74,9 Prozent.
Bei den Ausgaben der Besucher herrscht dagegen weitgehend Einigkeit: Sie werden auf 500 bis 700 Euro pro Person geschätzt, inklusive Ticket, Unterkunft, Anreise, Essen und Freizeit. Wer von außerhalb Madrids kam, gab im Schnitt wohl rund 100 Euro mehr aus und kam auf bis zu 800 Euro.
Laut Borja Caravante, Delegierter für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität der Stadt Madrid, reiste mehr als die Hälfte des Publikums von außerhalb an. Das habe die Wirtschaft der Stadt zusätzlich angekurbelt.