Finden Sie uns
Werbung

Breaking Bad in Litauen: Ermittler heben riesiges Drogenlabor aus

Die Behörden in Litauen haben eines der größten Labore für synthetische Drogen im Baltikum ausgehoben.
Litauische Behörden entdecken eines der größten Labore für synthetische Drogen im Baltikum. -  Copyright  Lithuanian Criminal Police Bureau
Copyright Lithuanian Criminal Police Bureau
Von Giedre Peseckyte
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Die Polizei hat bei einem dreitägigen Einsatz gegen ein mutmaßliches internationales Liefernetzwerk mehr als 500 Kilogramm Methamphetamin und 300 Kilogramm Amphetamin sichergestellt.

Die litauischen Behörden haben eines der größten Labore für synthetische Drogen im Baltikum ausgehoben. Sie stellten Hunderte Kilogramm Drogen und Tausende Liter chemischer Vorprodukte sicher. Das Labor nahe Vilnius soll ein niederländischer Staatsbürger türkischer Herkunft betrieben haben.

WERBUNG
WERBUNG

„Die Drogen wurden nahezu im industriellen Maßstab hergestellt“, sagte Saulius Briginas, stellvertretender Chef des litauischen Kriminalamts, am Mittwoch vor Journalisten.

Ermittler gehen davon aus, dass der Niederländer den Betrieb des Labors organisierte und die illegalen Aktivitäten zusammen mit drei weiteren Beteiligten koordinierte, die alle aus Litauen stammen.

Ersten Schätzungen zufolge stellte die Polizei mehr als 3.000 Liter BMK sicher, ein chemisches Vorprodukt für die Herstellung von Amphetaminen. Außerdem beschlagnahmten die Beamten mehr als 500 kg Methamphetamin, über 300 kg Amphetamin und rund 4,5 kg des synthetischen Cathinons 3-CMC. Das entspreche über 4 Millionen Einzeldosen, so Briginas.

„Auf dem illegalen Großhandelsmarkt wären die Drogen mehr als 2 Millionen Euro wert“, sagte er. „Auf der Straße könnte der Preis zehnmal so hoch liegen.“

Nach Einschätzung der litauischen Behörden zeigen diese Mengen, dass die Drogen nicht nur für den litauischen Markt bestimmt gewesen sein können.

Stattdessen zielte das Netzwerk auf Märkte in ganz Europa. Zu den möglichen Zielländern zählen die Niederlande, Deutschland, Belgien und Tschechien.

Die Ermittlungen brachten auch den Einkauf großer Mengen der zur Produktion synthetischer Drogen benötigten Chemikalien ans Licht. Die Gruppe beschaffte Laborausrüstung und Chemikalien in China, Indien und mehreren europäischen Staaten und kaufte zudem einige nicht kontrollierte Stoffe bei Spezialanbietern in Litauen.

Im Labor fanden die Ermittler 380 Gasflaschen mit Wasserstoff aus China. Wasserstoff wird bei der Herstellung synthetischer Drogen eingesetzt; Schwefelsäure soll demnach in Mengen von jeweils einer Tonne pro Bestellung eingekauft worden sein.

Die Operation beschränkte sich nicht auf das Labor selbst. Die Polizei stoppte eine für Tschechien bestimmte Sendung, nachdem sie 17 kg Amphetaminkristalle in zwei Plastikbehältern in Fracht einer litauischen Logistikfirma entdeckt hatte.

Nach litauischem Recht drohen für die illegale Herstellung, den Besitz und den Schmuggel besonders großer Mengen von Betäubungs- oder Psychotropenstoffen Freiheitsstrafen von bis zu 18 Jahren.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Schmuggel von Drogen und Migranten: Spanische Polizei zerschlägt größtes Kartell im Mittelmeerraum

Größter Drogenmarkt im Darknet: Anklage gegen mutmaßlichen Betreiber

Breaking Bad in Litauen: Ermittler heben riesiges Drogenlabor aus