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Palantir: NATO-KI lässt sich trotz Starlink-Störungen nicht abschalten

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Von Jonathan Benton
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Das US-Softwareunternehmen erklärt, es könne die NATO-Künstliche-Intelligenz nicht abschalten – in Europa wächst die Sorge nach Störungen bei Kyjiws Starshield-Zugang.

Der US-Softwarekonzern Palantir versucht, europäische Partner zu beruhigen: Das militärische KI-System des Unternehmens, das bei der NATO im Einsatz ist, besitzt nach Angaben des Konzerns keinen „Kill Switch“.

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Louis Mosley, Executive Vice President für Großbritannien und Europa, sagte am Mittwoch in einem Interview mit Reuters, weder Palantir noch die US-Regierung könnten die KI-Plattform Maven Smart System abschalten, die im NATO-Militärhauptquartier und bei mehreren europäischen Streitkräften genutzt wird.

„Was wir in den vergangenen Tagen in den Nachrichten über Starlink gesehen haben, ist äußerst besorgniserregend“, erklärte Mosley in Brüssel.

„Für Palantir kann ich jedoch klar zusichern: Wo Kunden unsere Software gekauft haben, behalten sie die vollständige operative Kontrolle“, sagte er.

„Es gibt keine Kill Switches. Weder Palantir noch die US-Regierung können eingreifen und das System ausschalten.“

Hintergrund sind jüngste Störungen der Starlink- und Starshield-Dienste der Ukraine, die die Abhängigkeit von US-Technologieunternehmen neu in den Fokus rückten.

Am 13. Oktober warf Kyjiw Washington vor, das von SpaceX betriebene militärische Kommunikationssystem Starshield, auf das die ukrainischen Truppen an der Front angewiesen sind, sowie das zivile Satellitennetz Starlink bewusst gedrosselt zu haben.

Später berichteten Medien, das Weiße Haus habe Elon Musks Unternehmen SpaceX angewiesen, den Zugang der Ukraine zu Starshield, der militärischen Version des Starlink-Netzes, zu begrenzen.

Musk verteidigte sich daraufhin auf der Plattform X und erklärte, die „Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert. Jede Begrenzung von Geschwindigkeit oder Nutzung entscheidet das US-Militär und letztlich der Präsident.“

US-Präsident Donald Trump reagierte mit den Worten: „Ich war es nicht, und ich glaube nicht, dass es Elon war. Ich weiß nicht, ob es überhaupt jemand war. Soweit ich weiß, ist alles wie immer geblieben.“

Die Unklarheit darüber, wer die Entscheidung zu den Einschränkungen getroffen hat, sorgt bereits für Irritationen. Für europäische Staats- und Regierungschefs ist jedoch noch beunruhigender, dass eine Regierung Trump US-Technologie, von der Europa stark abhängt, als politisches Druckmittel gegen Verbündete einsetzen könnte.

Palantir-System Maven: NATO setzt auf Gefechts-KI

Die NATO nutzt derzeit Palantirs System Maven. Es verarbeitet mithilfe von KI große Datenmengen aus Satelliten, Radar, Drohnen und weiteren Sensoren, damit militärische Entscheidungen schneller getroffen werden können.

Palantir gewann im Jahr 2025 eine Ausschreibung der NATO über 480 Millionen Euro zur Lieferung von Maven an das Bündnis. Das System ist inzwischen beim Allied Command Operations im Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) installiert und hat im Juni dieses Jahres die „volle technische Einsatzfähigkeit“ erreicht.

Einige europäische NATO-Staaten, darunter Frankreich und Deutschland, haben sich gegen Maven entschieden. Sie warnen davor, einer Privatfirma zu viel Einfluss auf Abläufe im Gefecht zu geben.

„Der Zugang von Industriepersonal zu nationalen deutschen Datensätzen kommt nicht in Frage“, sagte Vizeadmiral Thomas Daum Anfang dieses Jahres.

Frankreich entwickelt derweil mit dem Dienst Arcadia ein eigenes System. Paris will damit ein nationales Ökosystem für Verteidigungsdaten aufbauen und die technologische Souveränität sichern.

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