Pferdekutschenfahrten im Central Park könnten im Juni 2028 enden, nach jahrelangen Debatten über Tierschutz und öffentliche Sicherheit.
Einer der traditionsreichsten Touristenmagnete New Yorks steht vor dem Aus: Der Stadtrat hat für ein Verbot von Pferdekutschen im Central Park gestimmt.
Pferdekutschen gehören seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Bild des Central Parks. Die Abstimmung vom 22. Oktober könnte nun eine Praxis beenden, über die die Stadt seit Jahren heftig streitet.
Bürgermeister Zohran Mamdani muss das Vorhaben noch unterzeichnen, damit es Gesetz wird. Er hat ein Verbot bereits unterstützt, aber auch Fragen zum Schutz der Beschäftigten in der Branche gestellt. Tritt das Gesetz in Kraft, gilt das Verbot ab Juni 2028.
Die Übergangszeit soll den rund 150 aktiven Kutschfahrerinnen und Kutschfahrern helfen, neue Jobs zu finden, erklärte Stadtratspräsidentin Julie Menin vor der Abstimmung.
Die Transport Workers Union, die die Fahrerinnen und Fahrer vertritt, kündigte Klagen an.
Um das Schicksal dieser Tradition, die fast so alt ist wie der Central Park selbst, ringen Politik und Lobbygruppen seit fast zwei Jahrzehnten.
Kritikerinnen und Kritiker verweisen auf das Leid der Tiere. Sie erinnern an tödliche Zusammenbrüche und gefährliche Fluchten. Befürworter heben dagegen die Arbeitsplätze hervor, die an der Branche hängen, und den historischen Charakter, den sie bewahre.
Der Gesetzentwurf enthält auch eine Klausel, nach der die Stadt mögliche Entschädigungen für Lizenzinhaber prüfen soll, so Menin.
Zudem schreibt das Gesetz vor, dass die Besitzer der knapp 200 Pferde sie weder zur Schlachtung noch für andere Kutschenbetriebe verkaufen dürfen.
Die Fahrten – verewigt in Film und Fernsehen, etwa in einer Szene mit Robert Redford und Jane Fonda in „Barfuß im Park“ oder einer dramatischen Kutschfahrt in „Sex and the City“ – kosten 150 Dollar (134 Euro) für 45 Minuten. Für besondere Anlässe wie einen Heiratsantrag steigen die Preise auf mehrere hundert Dollar.
Nach jahrelangen Auseinandersetzungen markierte die vergangene Sommersaison jedoch den Wendepunkt und läutete das mögliche Ende der Kutschen in Manhattan ein.
Im Juni kam ein 18 Jahre alter Tourist aus Indien ums Leben, als ein Pferd ausriss und durchging.
Zuvor hatte es bereits eine Reihe weiterer Vorfälle mit den Kutschen gegeben, darunter den Tod mehrerer Pferde.
Die Central Park Conservancy, die den meistbesuchten Stadtpark der USA mit 42 Millionen Besuchen im Jahr verwaltet, stellte sich hinter die Forderungen nach einem Verbot. Es sei zu einer „Frage der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit“ geworden, erklärte die Organisation.