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Proteste erfassen Europa: Von Frankreich bis Albanien, Italien, Spanien und Portugal

Demonstranten ziehen in Paris am Samstag, 24. Oktober 2026, gegen steigende Lebenshaltungskosten durch die Straßen.
Demonstrierende ziehen am Samstag, 24. Oktober 2026, bei einem Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten durch Paris. -  Copyright  AP Photo/Thibault Camus
Copyright AP Photo/Thibault Camus
Von Anna Kirchheim
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Nach Ausschreitungen bei früheren Protesten verschärften die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen und setzten in mehreren europäischen Hauptstädten massenhaft Polizei und sogar Soldaten ein.

In mehreren Städten Europas ist es zu Protesten gekommen – von Mailand und Madrid bis Lissabon und Tirana. Demonstranten gingen wegen Renten, Wohnungsnot, Bildung, Korruption und aus Protest gegen Kriege auf die Straße. Die Vielfalt der Themen zeigt den breiten Unmut auf dem Kontinent.

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Trotz Verbotsauflagen und massiver Polizeipräsenz kam es in Frankreich in mehreren Städten zu schweren Zusammenstößen. Nach offiziellen Angaben wurden rund 2.400 Menschen festgenommen. Nahezu 1.000 Einsatzkräfte erlitten Verletzungen, ebenso 100 Demonstranten und Anwohner allein in Paris.

Demonstranten nehmen an einer Kundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten in Straßburg, Frankreich, am Samstag, 24. Oktober 2026, teil.
Demonstranten nehmen an einer Kundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten in Straßburg, Frankreich, am Samstag, 24. Oktober 2026, teil. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Ein Demonstrant hält während einer Kundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten in Lyon, Frankreich, am Samstag, 24. Oktober 2026, eine französische Flagge.
Ein Demonstrant hält während einer Kundgebung gegen steigende Lebenshaltungskosten in Lyon, Frankreich, am Samstag, 24. Oktober 2026, eine französische Flagge. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Albanien: Zusammenstöße zwischen Polizei, Studenten, Kulturschaffenden und Opposition

In der albanischen Hauptstadt Tirana versammelten sich am Samstag Tausende Menschen zu einem weiteren Protest gegen die Regierung. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Es ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Zusammenstößen seit Mitte Oktober. Demonstranten griffen Regierungsgebäude an, Dutzende wurden festgenommen. Die Behörden sprechen von mehr als 300 verletzten Demonstranten und Polizisten.

Bereitschaftspolizisten stehen während einer Anti-Regierungs-Kundgebung in Tirana, Albanien, am Samstag, 24. Oktober 2026, in Formation hinter einer brennenden Mülltonne. (AP Photo/Hameraldi Agolli)
Bereitschaftspolizisten stehen während einer Anti-Regierungs-Kundgebung in Tirana, Albanien, am Samstag, 24. Oktober 2026, in Formation hinter einer brennenden Mülltonne. (AP Photo/Hameraldi Agolli) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Bereitschaftspolizisten rücken während einer Anti-Regierungs-Kundgebung in Tirana, Albanien, am Samstag, 24. Oktober 2026, vor. (AP Photo/Hameraldi Agolli)
Bereitschaftspolizisten rücken während einer Anti-Regierungs-Kundgebung in Tirana, Albanien, am Samstag, 24. Oktober 2026, vor. (AP Photo/Hameraldi Agolli) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Italien: Proteste in mehreren Städten eskalieren

In Mailand, Rom, Turin, Neapel, Bologna und Florenz zogen Tausende durch die Straßen. Einige Demonstranten warfen Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei.

Italienische Bereitschaftspolizei beobachtet Antikriegsaktivisten, die in Rom am Samstag, 24. Oktober 2026, gegen Aufrüstung und Italiens Beteiligung an Kriegen demonstrieren.
Italienische Bereitschaftspolizei beobachtet Antikriegsaktivisten, die in Rom am Samstag, 24. Oktober 2026, gegen Aufrüstung und Italiens Beteiligung an Kriegen demonstrieren. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Die italienische Polizei teilte mit, sie habe neun Personen festgenommen und 371 Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die Aktionen fanden am Samstag in acht Städten statt. Unter den auf die Wachen gebrachten Personen waren 110 Minderjährige, hieß es weiter.

Menschen nehmen an einer Protestkundgebung in Rom, Italien, am Samstag, 24. Oktober 2026, teil. (Valentina Stefanelli/LaPresse via AP)
Menschen nehmen an einer Protestkundgebung in Rom, Italien, am Samstag, 24. Oktober 2026, teil. (Valentina Stefanelli/LaPresse via AP) LaPresse via AP

Spanien und Portugal: Proteste für Rentenrechte und bezahlbaren Wohnraum

In Madrid forderten die Demonstranten, Rentenerhöhungen an die tatsächliche Inflation zu koppeln. Die Mindestrente soll auf das Niveau des Mindestlohns steigen. Außerdem verlangen sie, die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen und das öffentliche Rentensystem vor Privatisierung zu schützen.

Rentner sowie Unterstützer ziehen am Samstag, 24. Oktober 2026, in Madrid, Spanien, durch die Straßen, um ihre Rentenrechte zu verteidigen. (AP Photo/Bernat Armangue)
Rentner sowie Unterstützer ziehen am Samstag, 24. Oktober 2026, in Madrid, Spanien, durch die Straßen, um ihre Rentenrechte zu verteidigen. (AP Photo/Bernat Armangue) Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved

In Portugal stand vor allem die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum im Mittelpunkt.

Menschen halten Schlüssel während eines Protests, mit dem sie in Lissabon am Samstag, 24. Oktober 2026, bezahlbaren Wohnraum verlangen. (AP Photo/Ana Brigida)
Menschen halten Schlüssel während eines Protests, mit dem sie in Lissabon am Samstag, 24. Oktober 2026, bezahlbaren Wohnraum verlangen. (AP Photo/Ana Brigida) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Am Samstag demonstrierten in Lissabon erneut zahlreiche Menschen für bezahlbare Wohnungen und gegen die Immobilienpolitik der Regierung. Seit 2017 haben sich die Hauspreise im Land mehr als verdoppelt, während die Mieten für neue Mietverträge nahezu auf das Doppelte gestiegen sind. Besonders umstritten sind geplante Gesetzesänderungen, die Räumungen erleichtern und Mietpreisbegrenzungen für neue Verträge abschaffen sollen. Nachdem die Polizei Protestlager in Lissabon und Porto geräumt hatte, kehrten Aktivisten auf die Plätze zurück. Am Sonntag räumten Einsatzkräfte das Lager am Rossio-Platz erneut.

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