Die EU-Seuchenschutzbehörde ECDC hat diese Woche ein Expertenteam nach Nigeria geschickt. Ebola breitet sich in Afrika aus, Fälle gibt es in Kenia und Nigeria.
Der Ebola-Ausbruch breitet sich inzwischen über das Epizentrum in der Demokratischen Republik Kongo hinaus aus. Dort sind bereits mehr als 10.000 Fälle registriert. Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat deshalb ein Team unter Leitung seines leitenden Experten für Epidemie-Informationen nach Nigeria entsandt. Nigeria ist das vierte afrikanische Land, das einen Ebola-Fall meldet.
Die Fachleute des ECDC sollen der EU-Delegation in Abuja „Beratung und technische Unterstützung“ bieten. Sie haben den nigerianischen Behörden zudem Hilfe bei der Überwachung des Ausbruchs, der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, der Infektionsprävention und -kontrolle sowie bei Vorbereitung und Reaktionsplanung angeboten.
Es ist nicht das erste Mal in diesem bislang größten Ausbruch in Kongo, dass das Zentrum Teams nach Afrika schickt. Im Mai unterstützte ein Einsatzteam das Africa CDC. Außerdem leitete das ECDC eine Untersuchungsmission zu Ausreisekontrollen an Flughäfen in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Im Juni entsandte es weitere Experten nach Südsudan.
Der Ausbruch begann im Mai dieses Jahres in Kongo und hat sich inzwischen auf Kenia, Uganda und Nigeria ausgedehnt.
Kenia meldete seine erste Ebola-Infektion am sechsten Oktober. Bis Montag hatten acht Kontaktpersonen der bestätigten Fälle Symptome entwickelt und wurden im Labor positiv auf Ebola getestet. Nach Angaben der Vereinten Nationen verlegten die Behörden sie umgehend in das Ebola-Behandlungszentrum in Nairobi. Weitere 20 Kontaktpersonen wurden in Kenia aus der Quarantäne entlassen, teilten die Vereinten Nationen am Dienstag mit (Quelle auf Englisch).
Nach der jüngsten Gefahrenbewertung des ECDC (Quelle auf Englisch) ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung für Menschen in Europa sehr gering. Für Menschen, die in betroffene Gebiete in Kenia und Nigeria reisen oder dort leben, stuft das ECDC das Risiko als niedrig ein.