Ein von der EU finanziertes grenzüberschreitendes Beraternetzwerk hilft Europäern, die in anderen Mitgliedstaaten arbeiten, die Löhne und sozialen Rechte einzufordern, die ihnen zustehen.
„Sie brauchen dringend Informationen, korrekte Informationen, denn bis zu einem gewissen Grad sind sie auf sich allein gestellt“, sagt Marko Tanasić, EU-Berater für faire Arbeitskräftemobilität beim Gewerkschaftsbund ZSSS. Er ist einer der Berater aus acht Ländern, die an einer Autobahnraststätte bei Ljubljana Flugblätter verteilen und mit Lkw-Fahrern über Arbeitsbedingungen, Ruhezeiten und Bezahlung sprechen.
Millionen Europäer arbeiten im Ausland und manche erhalten nicht das Gehalt und die Leistungen, die ihnen zustehen. Der slowenische Fernfahrer Goran Jovanovic sagt, viele Fahrer würden „nicht nach Tarifvertrag bezahlt, wie es eigentlich sein sollte“, sondern nach festen Tagessätzen und gefahrenen Kilometern.
Das EU-Projekt Fair Labour Mobility verfügt in diesem Jahr über ein Budget von 1,2 Millionen Euro, 90 % davon von der EU, und hat zwischen 2024 und 2025 fast 3.000 Beschäftigten geholfen, ihre Arbeits- und Sozialrechte durchzusetzen. Die Fälle reichen von nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und Arbeitsunfällen bis hin zu unzumutbaren Unterkünften und zu niedrigen Löhnen, oft über mehrere Länder hinweg.
Die Europäische Kommission hat soeben ihr Paket für faire Arbeitskräftemobilität vorgelegt, einen Vorschlag mit drei Kernzielen: schnellere grenzüberschreitende Anerkennung von Qualifikationen, eine digitale Brieftasche zum Speichern und Teilen von Sozialversicherungsdokumenten und eine stärkere Rolle der Europäischen Arbeitsbehörde im Kampf gegen Betrug.