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Apple startet AI-Probelauf in China mit Alibaba-Assistent Qwen

Apple bringt iPhone-18-Reihe im September auf den Markt. Archivbild
Apple startet iPhone-18-Serie im September. Archiv -  Copyright  AP Photo
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Von Simon Ormiston
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Apple erprobt seine KI-Werkzeuge nun auch mit Entwicklern in China – knapp zwei Jahre nach dem US-Start. Wegen strenger Vorgaben aus Peking setzt der Konzern auf Alibabas Qwen-Modell.

Apple hat am Mittwoch einen lange verschobenen Testlauf seiner Werkzeuge für künstliche Intelligenz für Nutzer in China gestartet. Der Konzern will damit im Wettbewerb mit heimischen Smartphone-Herstellern in einem seiner wichtigsten Märkte wieder Boden gutmachen.

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Der Test von Apple Intelligence, dem Paket von KI-Funktionen direkt auf dem Gerät, richtet sich zunächst nur an Entwickler. In einer Mitteilung am Wochenende kündigte Apple an, dass die Allgemeinheit im Dezember Zugriff bekommen soll.

Die Funktionen gingen im Herbst 2024 zuerst in den Vereinigten Staaten und anderen Märkten an den Start. Es ist Apples erster großer Schritt in Richtung generative KI. In China verzögerte sich die Einführung wegen strenger Vorgaben für die Technologie. Zudem sind Google und OpenAI, deren Modelle Apple anderswo nutzt, dort nicht verfügbar.

Stattdessen arbeitet Apple mit dem KI-Assistenten Qwen von Alibaba zusammen. Gemeinsam sollen leistungsfähigere KI-Funktionen auf die Geräte kommen, zusätzlich zu Apples eigenen Basiswerkzeugen.

Die erste Version umfasst 18 Funktionen. Dazu gehören eine Live-Übersetzung von Telefonaten sowie Werkzeuge, die Nachrichten zusammenfassen und korrigieren. Das jüngste Upgrade von Apples Sprachassistent Siri ist noch nicht enthalten.

„[Es] schließt eine seit Langem bestehende Lücke im KI-Angebot von Apple“, sagte Ivan Lam, Senior-Analyst bei Counterpoint Research. Er ergänzte jedoch, dass dies dem Unternehmen nicht unbedingt „einen bedeutenden Vorteil“ in einem hart umkämpften Markt verschaffe.

Was ist Qwen?

Qwen ist eine Reihe von KI-Modellen mit offenen Gewichten und Assistenten, die von Alibaba entwickelt werden, dem chinesischen E-Commerce- und Cloud-Riesen.

Wie GPT von OpenAI, das ChatGPT antreibt, kann Qwen Texte verfassen, übersetzen, zusammenfassen und Programmcode schreiben.

Im Unterschied zu ChatGPT lassen sich die meisten Varianten kostenlos herunterladen und von jedem anpassen. Das hat Qwen zum weltweit am häufigsten heruntergeladenen offenen KI-Modell gemacht.

Bereits im Einsatz bei BMW und UEFA

Apple ist nicht die erste westliche Marke, die in China auf Qwen setzt. BMW entwickelt gemeinsam mit Alibaba einen Fahrzeugassistenten auf Basis von Qwen für seine Neue-Klasse-Modelle, die ab 2026 in China gebaut werden. Mercedes-Benz hat eine ähnliche KI-Partnerschaft mit ByteDance.

Qwen gewinnt auch in Europa an Boden. Im Mai schloss die UEFA mit Alibaba einen mehrjährigen Vertrag, um Qwen zu nutzen (Quelle auf Englisch)für die Einbindung der Fans und das Content-Management.

Auswertungen zu offenen KI-Modellen zeigen, dass Qwen bis Februar 2026 die Grundlage für 69 % der neu angepassten Modelle von Entwicklern bildete. Der Anteil europäischer Modelle sank im selben Zeitraum auf 4 %.

„Eine strukturelle Konzession“

Nach chinesischen Regeln müssen Anbieter von KI-Diensten sich bei der nationalen Internetaufsicht registrieren, lokale Datenzentren nutzen und Daten innerhalb Chinas verarbeiten.

Apple erhielt die Genehmigung der Aufsichtsbehörden erst im Juli. Zuvor soll der Konzern mit mehreren chinesischen Tech-Unternehmen über Partnerschaften verhandelt haben, darunter Alibaba, Baidu, ByteDance und Tencent.

Große US-KI-Unternehmen wie Google, OpenAI und Anthropic haben Zugänge für Nutzer in China blockiert oder eingeschränkt. Eine Zulassung dort gilt als unwahrscheinlich.

Zhang Yi, Gründer des Analyseunternehmens iiMedia, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern „stehe für eine strukturelle Konzession von Apple in Bezug auf Preisgestaltung und Gestaltungsmacht über die KI-Erfahrung auf dem chinesischen Markt“. Die Verzögerung gehe eher auf „Compliance-Kosten“ zurück als auf Forschung und Entwicklung, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Analysehauses Omdia können mehr als 110 Millionen iPhones in China Apple Intelligence nutzen. Das verschafft Apple eine gute Ausgangsbasis für eine schnelle Einführung, doch der Wettbewerb ist hart.

„Chinesische Mobiltelefonhersteller und Internetunternehmen entwickeln aktiv KI-Funktionen und Agenten-Ökosysteme“, sagte Omdia-Senior-Analyst Zhong Xiaolei der AFP.

Apples Umsatz in Großchina, zu dem Hongkong und Taiwan gehören, stieg im vergangenen Quartal um 21 %. Dennoch steht der neue Vorstandschef des Unternehmens, John Ternus, vor einem schwierigen Markt.

Weitere Quellen • AFP

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