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Eurovision 2027: Irland folgt Niederlanden und boykottiert den Song Contest im zweiten Jahr

Eurovision 2027: Irland folgt den Niederlanden, boykottiert Song Contest zum zweiten Jahr in Folge
Eurovision 2027: Irland boykottiert Song Contest zum zweiten Jahr in Folge – wie die Niederlande Copyright  AP Photo - Canva
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Irland verzichtet wegen des „entsetzlichen und anhaltenden Sterbens in Gaza“ auf den Wettbewerb im kommenden Jahr. Zuvor kündigte der niederländische Sender AvroTros an, die Show aus Gründen von „Vertrauenswürdigkeit, Unabhängigkeit und Menschlichkeit“ zu boykottieren.

Irland boykottiert den Eurovision Song Contest zum zweiten Mal in Folge aus Protest gegen die Teilnahme Israels. Das teilte der irische öffentlich-rechtliche Sender RTÉ mit.

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RTÉ erklärte in einer Mitteilung: „RTÉ ist der Ansicht, dass eine Teilnahme Irlands nicht zu rechtfertigen ist. In Gaza sterben weiter in erschreckender Zahl Menschen, die humanitäre Lage dort bringt zahllose Zivilistinnen und Zivilisten in Lebensgefahr.“

RTÉ fügte hinzu, man sei zudem „tief besorgt darüber, dass unabhängige internationale Journalistinnen und Journalisten weiterhin keinen Zugang zu dem Gebiet erhalten“. Der Sender kündigte außerdem an, den Wettbewerb nicht zu übertragen. Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Bulgarien statt, nachdem die Sängerin Dara im Mai den Wettbewerb für das Land gewonnen hatte.

Irland hat den Wettbewerb zwischen 1970 und 1996 siebenmal gewonnen und hält damit gemeinsam mit Schweden den Rekord.

Eurovision-Direktor Martin Green erklärte, er bedauere die Haltung von RTÉ, respektiere die Entscheidung jedoch voll und ganz.

Im Jahr 2026 zog sich RTÉ aus dem Wettbewerb in Wien zurück. Zuvor hatte die Europäische Rundfunkunion bestätigt, dass der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN teilnehmen darf.

Die Entscheidung Irlands, den Eurovision 2027 zu boykottieren, folgt dem Schritt des niederländischen Senders AvroTros, der im vergangenen Monat ankündigte, die Show im kommenden Jahr zu boykottieren, weil sie nicht mehr mit „Vertrauenswürdigkeit, Unabhängigkeit und Menschlichkeit“ vereinbar sei. Der Sender erklärte, der Wettbewerb könne nicht länger als neutral gelten, solange ein teilnehmendes Land in einen groß angelegten militärischen Konflikt verwickelt ist.

Irland und die Niederlande gehörten bereits zu den fünf Ländern, die sich vom Wettbewerb 2026 zurückzogen, zusammen mit Spanien, Island und Slowenien.

Ob Spanien, Island und Slowenien diesem Beispiel folgen, ist noch offen.

Die Hamas griff Israel am 7. Oktober 2023 an. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen meldet inzwischen mehr als 73.000 Tote in den vergangenen drei Jahren israelischer Bombardierungen. Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und die Vereinten Nationen bezeichnen die israelischen Maßnahmen als „Völkermord“.

Ein im Juni veröffentlichter Bericht einer unabhängigen UN-Kommission (Quelle auf Englisch) kam zu dem Schluss, dass „israelische Behörden und Sicherheitskräfte palästinensische Kinder gezielt ins Visier genommen haben, was im Gazastreifen zu Völkermord und Gräueltaten sowie zu Kriegsverbrechen im Westjordanland geführt hat“.

Ein früherer Bericht vom vergangenen September war bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass Israel Völkermord begangen habe, und führte dies auf Aufrufe ranghoher israelischer Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber zurück, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Israel weist die Vorwürfe wiederholt als „verleumderisch“ und „verzerrt“ zurück.

Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Burgas in Bulgarien statt, das große Finale steigt am 15. Mai in der Arena Burgas.

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