Der Ebola-Ausbruch gilt als der bisher größte in der Geschichte der DR Kongo. Doch zuletzt sind mehrmals freiwillige Helfer Opfer von Angriffen geworden.
Das Rote Kreuz schlägt Alarm. In der vergangenen Woche sind in der Demokratischen Republik Kongo sechs Mitarbeitende bei Angriffen verletzt worden. Sie waren an einem medizinischen Einsatz beteiligt, um den tödlichen Ebola-Ausbruch einzudämmen.
„Angriffe auf Freiwillige und humanitäres Personal sind inakzeptabel“, erklärte die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung gemeinsam mit den Rotkreuzgesellschaften von der DR Kongo und Uganda.
Der Mitteilung zufolge ist am 17. August 2026 in der Provinz Ituri, dem Epizentrum des Ausbruchs, ein Konvoi des Ugandaischen Roten Kreuzes attackiert worden . Eine Person wurde schwer verletzt. Unbekannte bewarfen zwei Krankenwagen mit Steinen.
Am folgenden Tag wurden in der Provinz Haut-Uele zwei Freiwillige verletzt, als sie eine Bestattung durchführen wollten. Rettungskräfte brachten die Verletzten zur Behandlung in ein Krankenhaus. Dabei wurden zwei Fahrzeuge beschädigt.
In Beni in der Provinz Nord-Kivu wurden drei Freiwillige angegriffen und verletzt. Die Angreifer zerstörten zudem medizinische Ausrüstung, die im Kampf gegen Ebola eingesetzt wird.
Die Mitteilung bezeichnete die Angriffe als alarmierende Erinnerung an das Risiko, dem humanitäre Helfer bei Epidemien und anderen Notlagen ausgesetzt sind.
„Respekt gegenüber humanitärem Personal und ihren Einsätzen ist entscheidend, damit von Epidemien und anderen Krisen betroffene Gemeinschaften weiterhin die dringend benötigte Hilfe und Versorgung erhalten“, schreibt die Rot-Kreuz-Bewegung.
„Jede verletzte Mitarbeiterin und jeder verletzte Mitarbeiter und jedes beschädigte Fahrzeug oder Gerät verringern die Fähigkeit, Gesundheitsversorgung in Notlagen und andere Hilfe zu leisten. Dadurch geraten weitere Leben in Gefahr und die Eindämmung der Epidemie wird schwieriger.“
Helfer angegriffen, Ausrüstung zerstört
Insgesamt wurden seit der Ausrufung des Ebola-Notstands am 15. Mai in elf gewaltsamen Zwischenfällen zwölf Freiwillige verletzt. Ambulanzen wurden beschädigt, Notfallausrüstung wurde zerstört.
„Wir rufen Gemeinden, lokale Verantwortungsträger und alle relevanten Akteure auf, humanitäre Hilfe zu unterstützen, zu respektieren und zu schützen“, erklärte das Rote Kreuz.
„Freiwillige, Gesundheitspersonal und humanitäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ihre Arbeit in völliger Sicherheit erledigen können – ohne Angst vor Gewalt, Einschüchterung oder Drohungen.“
Das Virus hat Regionen im Norden und Osten des Landes erfasst, in denen die Gesundheitsversorgung schwach ist und seit Jahrzehnten zahlreiche bewaffnete Gruppen unterwegs sind.
Zwischen den Einsatzkräften und Teilen der Bevölkerung gibt es Spannungen über den Umgang mit den Leichen von Ebola-Opfern. Bestattungen müssen streng überwacht werden, da sich das Virus über Körperflüssigkeiten überträgt und Verstorbene noch ansteckend sein können.
Der Ausbruch geht auf die seltene Bundibugyo-Variante des Virus zurück, gegen die es weder Impfstoffe noch wirksame Behandlungen gibt. Es ist der größte Ebola-Ausbruch in der Geschichte der DR Kongo.
Nach Angaben der WHO wurden in der DR Kongo bislang 2.557 Todesfälle durch Ebola und 5.375 bestätigte Ebola-Ansteckungen registriert.