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WHO warnt: Ebola-Ausbruch im Kongo könnte Rekord brechen

Ein Gesundheitshelfer besprüht den Sarg mit den Überresten von Jacques Lobo Dhena, der an Ebola starb, bei einer Trauerfeier in Bunia in Ituri, Ostkongo, am Mittwoch.
Ein Gesundheitshelfer besprüht in Bunia (Provinz Ituri, Ostkongo) den Sarg von Jacques Lobo Dhena, der an Ebola starb, während der Trauerfeier am Mittwoch. Copyright  AP Photo
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Von Jeremiah Fisayo-Bambi
Zuerst veröffentlicht am
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„Wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt, dürfte der Ausbruch den westafrikanischen Ebola-Ausbruch von 2014 bis 2016 übertreffen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass der aktuelle Ebola-Ausbruch im Kongo dabei ist, den bisher tödlichsten Ausbruch der Geschichte zu übertreffen. Dieser war vor mehr als zehn Jahren ausgebrochen, hatte über 11.000 Menschen das Leben gekostet und die Arbeit an einem Impfstoff massiv zurückgeworfen.

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Der derzeitige Ausbruch im Osten des Kongo gilt als der bislang am schnellsten wachsende. Er tötete bis dato mehr als 2.000 Menschen getötet, es gibt bereits über 4.300 bekannte Fälle. Beim Ausbruch in den Jahren 2014 bis 2016 wurden mindestens 28.000 Fälle registriert und es dauerte rund acht Monate, bis 1.000 Todesfälle erreicht waren.

„In seinem derzeitigen Tempo ist er auf dem Weg, den Ebola-Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016 zu übertreffen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch vor Journalisten.

Der aktuelle Ausbruch wurde offiziell am 15. Mai festgestellt. Untersuchungen der Virussequenzen zeigen nach Angaben der Gesundheitsbehörden jedoch, dass er bereits im Februar begonnen hat.

Fachleute betonen, dass dieser Ausbruch sich von den jüngsten Ebola-Ereignissen unterscheide. Verantwortlich sei das seltene Bundibugyo-Virus, gegen das es bisher weder zugelassene Impfstoffe noch Behandlungen gibt. Daran werde jedoch gearbeitet.

WHO: Ausbruch hatte großen Vorsprung

Nach Angaben der Gesundheits- und Seuchenschutzbehörden breitet sich der momentane Ausbruch schneller aus, als Fachteams ihn nachverfolgen und eindämmen können. Besonders betroffen ist ein abgelegener Teil des Ostkongo, in dem weiterhin Konflikte andauern, nahe den Grenzen zu Südsudan, Uganda und Ruanda.

Die meisten neuen Fälle und Todesfälle melden Gemeinden, die für Gesundheitspersonal kaum erreichbar sind. Die Region leidet unter schlechter Infrastruktur und unzureichend ausgestatteten Gesundheitszentren. Einige Beschäftigte sind zudem aus Protest gegen ausbleibende Löhne in den Streik getreten.

Menschen in Schutzkleidung lassen während einer Beerdigungszeremonie in Bunia in der Provinz Ituri in der DR Kongo den Sarg mit den sterblichen Überresten von Jacques Lobo Dhena, der an Ebola gestorben ist, in ein Grab hinab.
Menschen in Schutzkleidung lassen während einer Beerdigungszeremonie in Bunia in der Provinz Ituri in der DR Kongo den Sarg mit den sterblichen Überresten von Jacques Lobo Dhena, der an Ebola gestorben ist, in ein Grab hinab. AP Photo

In vielen Gemeinden kursieren Falschinformationen über das Virus. Manche Bewohner misstrauen Außenstehenden und meiden deshalb Kliniken.

„Der Ausbruch hatte einen großen Vorsprung, er ist uns noch immer weit voraus. Wir versuchen, aufzuholen“, sagte Tedros.

Dr. Abdirahman Mahamud, Direktor der WHO für Alarmierung und Reaktion bei Gesundheitsnotfällen, erklärte, die Organisation erwarte den Höhepunkt des Ausbruchs in etwa sechs Monaten.

„Das ist allerdings das moderate Szenario“, so Mahamud. „In einem ungünstigen Szenario könnte sich dieser Ausbruch neun bis zwölf Monate hinziehen.“

Zwei Impfstoffe für diesen Virustyp im Test

Ebola tritt selten auf, ist aber hoch ansteckend. Eine Ansteckung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes, Blut oder Sperma sowie über kontaminierte Oberflächen und Materialien wie Bettwäsche oder Kleidung. Die Krankheit verläuft meist schwer und endet häufig tödlich.

Im vergangenen Monat begannen in Ituri klinische Studien mit zwei möglichen Behandlungen für diesen Ebola-Typ. Die Provinz ist von den fünf betroffenen Provinzen im Kongo am stärksten getroffen.

Zwei speziell für das Bundibugyo-Virus entwickelte Impfstoffe werden nach Angaben von Tedros nun erstmals an Menschen erprobt.

Die WHO plant außerdem, zu testen, ob ein bereits verfügbarer Ebola-Impfstoff Menschen vor diesem Virus schützen kann. Studien an Tieren hatten zuvor ermutigende Ergebnisse gezeigt.

Die Ursprünge des Ausbruchs werden zunehmend klarer.

Eine am Montag in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass der Ausbruch begann, als das Virus von einem infizierten Tier auf einen Menschen übersprang. Es geht demnach nicht auf frühere Ausbrüche zurück und unterscheidet sich genetisch von den Varianten, die bei den Bundibugyo-Ebola-Ausbrüchen 2007 und 2012 nachgewiesen wurden.

Weitere Quellen • AP

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