Loewe kürt 30 Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker aus aller Welt für den Craft Prize 2026: Ihre Arbeiten sind 2026 in Singapur zu sehen.
Die Loewe Foundation hat die 30 Finalistinnen und Finalisten für den Craft Prize 2026 bekanntgegeben. Es ist bereits die neunte Auflage des jährlichen Preises für zeitgenössisches Kunsthandwerk.
Eine Fachjury hat die Arbeiten in Madrid ausgewählt. Im Frühjahr kommen sie in Singapur zur Ausstellung, dort wird auch die Gewinnerin oder der Gewinner gekürt.
Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.
Die Loewe Foundation hat den Craft Prize im Jahr 2016 ins Leben gerufen. Er zeichnet herausragende handwerkliche Qualität aus und unterstützt Gestalterinnen und Gestalter, deren Arbeit künstlerische Vision, technische Präzision und Innovation vereint.
Ausgezeichnet werden Werke, die Tradition neu deuten und in die Gegenwart holen und zugleich die unverwechselbare Handschrift und Bildsprache ihrer Urheberinnen und Urheber zeigen.
Die diesjährigen Finalbeiträge zeigen, wie breit das Spektrum des zeitgenössischen Kunsthandwerks heute ist.
Unter den ausgewählten Arbeiten finden sich Textilien, Keramik, Glas, Metall, Schmuck, Holz, Lack, Buchbinderei und weitere angewandte Künste.
Manche Stücke knüpfen eng an alte Handwerkstraditionen an. Andere treiben Materialien in bislang ungeahnte skulpturale Formen.
Loewe versteht zeitgenössisches Kunsthandwerk als lebendigen kulturellen Dialog. Die Stiftung fragt, wo es sich zwischen Kunst, Tradition, Innovation und Luxus verorten lässt.
Zu den ausgewählten Arbeiten gehört „Fra Fra Tapestry Nr. 2“ von Baba Tree Master Weavers und Álvaro Catalán de Ocón, ein großformatiges Gewebe, das auf Drohnenaufnahmen kreisförmiger Lehmbauten in der Gurunsi-Region in Ghana basiert.
Das Werk verbindet AutoCAD-Planung in Madrid mit traditioneller Korbflechterei in Ghana. Architektur, rituelles Wissen und kollektive Arbeit gehen so in einem zeitgenössischen Gewebe zusammen.
Weitere Finalistinnen und Finalisten sind unter anderem Jobe Burns mit „Laying Vessel“, einer großen Stahlskulptur im Dialog mit der Industriemetallverarbeitung in den englischen Midlands, sowie Adelene Koh mit „Endless“, einem Werk, das das sonst verborgene Kapitälband eines Buchrückens in eine kreisförmige Skulptur verwandelt.
Chia-Chen Hsiehs „Rhythm in Grid“ fällt ebenfalls auf. Die Künstlerin treibt das Bambushandwerk in eine zeitgenössische skulpturale Sprache, mit einem dichten Wellenmuster im Innern, das aus Tausenden dünner Streifen aufgebaut ist.
Über die endgültige Entscheidung befindet eine dreizehnköpfige Jury aus den Bereichen Design, Architektur, Kritik, Journalismus und Museumswesen.
Dem Gremium gehören unter anderem der Preisträger 2025 Kunimasa Aoki, die Loewe-Creative-Directors Jack McCollough und Lázaro Hernandez, die Keramikkünstlerin Magdalene Odundo, die Architektin Frida Escobedo und Olivier Gabet vom Louvre-Museum an.
Über den Preis hinaus baut Loewe seine Plattform für Kunsthandwerk weiter aus, etwa mit einer digitalen Ausstellung und „The Room“, dem Online-Archiv mit mehr als 2.800 Arbeiten früherer Craft-Prize-Teilnehmender.
Gemeinsam machen sie den Preis zu weit mehr als einem Wettbewerb. Er versteht sich als dauerhafte Plattform, die aktuelles Kunsthandwerk aus aller Welt sichtbar macht.
Die Arbeiten sind vom 13. Mai bis 14. Juni 2026 in der National Gallery Singapore zu sehen. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird bereits am zwölften Mai bekanntgegeben.