Angelehnt an die Legende der Sonnengöttin Amaterasu inszeniert Be-Japon die mythische Erzählung neu – mit farbenprächtigen Kimonos und Laufstegshow.
In Brüssel stand die Nacherzählung einer alten japanischen Legende im Mittelpunkt der Feiern zu 160 Jahren diplomatischer und kultureller Beziehungen zwischen Belgien und Japan. Zugleich erinnerte die Veranstaltung an den fünfzehnten Jahrestag des Großen Ostjapanischen Erdbebens.
Die Aufführung mit dem Titel Amaterasu fand im historischen Brüsseler Rathaus aus dem fünfzehnten Jahrhundert statt. Sie basiert auf einer der bedeutendsten Erzählungen der japanischen Mythologie.
Das Stück erzählt die Geschichte der Sonnengöttin Amaterasu neu, einer der wichtigsten Gottheiten des Shinto-Glaubens. Der Legende nach zog sie sich nach einem erbitterten Streit mit ihrem Bruder, dem Sturmgott Susanoo, in eine Höhle zurück und hüllte die Welt in Finsternis.
Um sie wieder ins Licht zu locken, versammelten sich die übrigen Gottheiten vor der Höhle. Sie erfüllten die Nacht mit Musik, Tanz und Gelächter, bis Amaterasu schließlich hervortrat und das Licht zurückkehrte.
Die Show hat die Kleiderdesignerin und Performancekünstlerin Eiko Kobayashi entwickelt. Sie nutzt Kimonos als tragbare Kunst, die Erinnerungen und japanische Mythen lebendig macht.
Veranstalter war die kulturelle Non-Profit-Organisation Be-Japon. Die international gefeierte Produktion hat das Publikum bereits in zwölf Ländern begeistert. Sie zeigt eine Reihe eindrucksvoller, von Kimonos inspirierter Laufsteg-Präsentationen und verbindet Mode, Choreografie und Erzählkunst.
Dem Brüsseler Publikum wurde während der Aufführung erklärt: „Das Kostüm der Sonnengöttin Amaterasu ist etwas ganz Besonderes. Es verwendet eine mehr als 100 Jahre alte Leinenjacke, überzogen mit Seide aus Fukushima, der dünnsten Seide der Welt.“
Die Veranstaltung war Teil eines größeren Programms zu den langjährigen kulturellen Beziehungen zwischen Belgien und Japan. Sie zeigte, wie Kunst diese Verbindung bis heute vertieft.
Zugleich erinnerte sie an das Große Ostjapanische Erdbeben vom elften März 2011. Das Beben mit einer Magnitude von 9,1 ereignete sich vor der Nordostküste Japans und löste einen verheerenden Tsunami aus, der Gemeinden in der Region Tōhoku überflutete und mehr als 15.000 Menschen das Leben nahm.
Die Katastrophe gilt bis heute als das stärkste jemals in Japan gemessene Erdbeben und als eines der heftigsten weltweit.
Im Video oben im Player sehen Sie Höhepunkte der Aufführung.