Präsident Trump hatte gemeinsame US-Manöver mit Südkorea schon 2018 nach einem Treffen mit Nordkoreas Kim Jong Un in Singapur als "provokativ" bezeichnet.
US-Präsident Donald Trump hat das Pentagon am Sonntag angewiesen, die jährlichen gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea zurückzufahren. Als Begründung gab er an, Seoul lehne jede Unterstützung im Krieg gegen den Iran ab und er verwies auf sein eigenes gutes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
In einem Beitrag in sozialen Netzwerken erklärte Donald Trump, die am Montag gestarteten Manöver seien nicht nur teuer. Sie sendeten auch "ein völlig unangebrachtes und feindseliges Signal" an Nordkorea, das sich seiner Darstellung nach "unbedrohlich und respektvoll" verhalten habe, seit er im Weißen Haus sei.
"Deshalb, und weil es für eine Absage zu spät ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren“, schrieb Trump.
Der republikanische Präsident erklärte auch, er habe Südkoreas Präsidenten Lee Jae Myung vor Kurzem gefragt, ob sich sein Land an der "Entnuklearisierung“ des Iran beteiligen werde. "Und sie sagten: ‚Nein, danke!‘“
Südkorea kein Partner der USA mehr?
Trump wendet sich damit erneut von einem Verbündeten ab und setzt stattdessen auf einen Staatschef, den frühere US-Regierungen, aber auch alle anderen westlichen Staaten keinesfalls als Partner betrachteten.
Trump und andere Mitglieder seiner Regierung wetterten zudem gegen NATO-Partner, weil diese seinen Krieg gegen den Iran angeblich nicht ausreichend unterstützten – obwohl die Verteidigungsallianz zugleich versucht, einem immer aggressiveren Russland im Baltikum etwas entgegenzusetzen.
Seine Entscheidung markiert auch einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Sicht der US-Regierung auf Südkorea in den vergangenen Monaten. Im Mai hatte Pete Hegseth den langjährigen Verbündeten bei einem Treffen im Pentagon noch für das "Engagement zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben“ gelobt und für dessen "Führungsrolle bei der Übernahme der Hauptverantwortung für die Sicherheit der koreanischen Halbinsel“.
"Das zeigt, wie ein Bündnis Lasten teilt. Daran könnten sich alle Partner Amerikas ein Beispiel nehmen“, so der US-Verteidigungsminister damals.
Die Manöver sollten elf Tage dauern und 18.000 südkoreanische Soldaten einbinden. Ziel war es, die Einsatzbereitschaft gegen Bedrohungen aus Nordkorea zu erhöhen.
Das US-Militär erklärte, die Sommerübung "Ulchi Freedom Shield“ stärke "die Rolle des Bündnisses als Dreh- und Angelpunkt für Frieden und Sicherheit in der Region“ und unterstreiche erneut "die unerschütterliche Verpflichtung der Vereinigten Staaten und der Republik Korea, ihre Heimatländer zu verteidigen“.
Die Übungen gehören neben dem Frühjahrsmanöver zu den zwei wichtigsten gemeinsamen Trainings der südkoreanischen und der US-Streitkräfte, die jedes Jahr stattfinden.
Nordkorea treibt seit dem Scheitern von Kims riskanter Diplomatie mit Trump im Jahr 2019 den Ausbau seines Atom- und Raketenarsenals mit Nachdruck voran. Fachleute gehen davon aus, dass der Machthaber in Pjöngjang auf ein größeres Waffenarsenal setzt, um die USA bei künftigen Verhandlungen zu weiteren Zugeständnissen zu drängen.
Nordkorea drohte am Freitag mit ungenannten harten Maßnahmen gegen die Vereinigten Staaten und Südkorea. Die Manöver bezeichnete das Regime als "Generalprobe für einen Angriffskrieg", die die Lage in der Region weiter destabilisiere.
Trump hat sich in seiner ersten Amtszeit dreimal mit dem nordkoreanischen Machthaber getroffen, um über das Atomprogramm des Landes zu sprechen, zuletzt 2019. Seit seiner Rückkehr ins Amt zeigt Trump Interesse daran, diese Gespräche fortzusetzen.
Im September 2025 erklärte Kim Jong Un, er habe "gute persönliche Erinnerungen“ an Donald Trump. Er stellte in Aussicht, zu Gesprächen zurückzukehren, falls Washington "seine wahnwitzige Obsession mit der Entnuklearisierung Nordkoreas“ aufgebe.
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump nach einem Treffen mit Kim 2018 in Singapur versucht, die Manöver zu beenden. Er nannte sie damals "provokativ“ und verwies auf "gute Fortschritte“ in den Atomgesprächen.