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Großbritannien teilt SCALP-Marschflugkörper-Pläne mit Ukraine bei Treffen in Kyjiw

Treffen der „Koalition der Willigen“ in Kyjiw, Ukraine, am Montag, 24. August 2026.
Treffen der „Koalition der Willigen“ in Kyjiw, Ukraine, am Montag, 24. August 2026. Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Großbritannien hat die Baupläne des Marschflugkörpers SCALP an die Ukraine übergeben - für die Produktion eigener Langstreckenwaffen. Kyjiw bittet allerdings weiter die USA um Patriots.

Die Ukraine rückt der eigenen Produktion von Marschflugkörpern des Typs SCALP einen Schritt näher. Großbritannien will Kyjiw Informationen über in Großbritannien hergestellte Komponenten der französisch-britischen Waffe liefern.

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Die Entscheidung ebnet den Weg, die Raketen in der Ukraine zu bauen. Zuvor hatten Kyjiw und Paris monatelang über Lizenzen und eine Fertigung vor Ort in der Ukraine verhandelt.

Luke Pollard, der britische Staatsminister für Verteidigungsbereitschaft und Rüstungsindustrie, erklärte, der Schritt solle die ukrainische Verteidigungsfähigkeit stärken.

Der britische Premierminister Andy Burnham war zum ersten Mal, seit er Regierungschef ist, in die Ukraine gereist, um an den Gesprächen der "Koalition der Willigen" am ukrainischen Unabhängigkeitstag teilzunehmen.

Ukraine soll Raketen selbst herstellen

Der luftgestützte Marschflugkörper, der in Frankreich SCALP (für: Système de Croisière Autonome à Longue Portée - auf Deutsch in etwa: Autonomes Langstrecken Raketen-System) und in Großbritannien als Storm Shadow bekannt, erreicht eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern. Die Rakete ist für präzise Schläge gegen vorab geplante, stationäre Ziele ausgelegt.

Die Ukraine setzt diese Raketen bereits gegen russische militärische Ziele und Infrastruktur ein. Dazu zählen Gefechtsstände und Einrichtungen der Rüstungsindustrie in besetztem ukrainischem Gebiet und auf russischem Staatsgebiet.

Großbritannien war 2023 das erste Land, das der Ukraine Marschflugkörper mit großer Reichweite zur Verfügung stellte.

Drei Jahre später steht die Übergabe der Technologie-Daten für einen weiteren Wandel der westlichen Unterstützung. Regierungen liefern nicht mehr nur fertige Waffen, sondern helfen der Ukraine zunehmend dabei, eigene hochentwickelte Systeme zu bauen.

Die Ankündigung fand gleichzeitig mit dem Treffen der "Koaliton der Willigen" am Unabhängigkeitstag des Landes in Kyjiw statt. Der Schutz der Ukraine vor immer heftigeren russischen Raketenangriffen stand dort ganz oben auf der Tagesordnung.

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die Verbündeten Russlands „systematische und zunehmende Angriffe auf ukrainische Städte, kritische Infrastruktur und Zivilisten“ und sagten zu, die ukrainische Luftverteidigung „mit höchster Dringlichkeit“ zu verstärken.

Die versammelten Staats- und Regierungschefs sagten außerdem zu, relevante Technologien zu teilen, auch über die Anti-Ballistic-Missile-Koalition. Die Ukraine bereitet sich auf einen weiteren Winter mit russischen Angriffen auf ihre Städte und die Energieversorgung vor.

Treffen der „Coalition of the Willing“ in Kyjiw, Ukraine, Montag, 24. August 2026.
Treffen der „Coalition of the Willing“ in Kyjiw, Ukraine, Montag, 24. August 2026. AP Photo

Der dringendste militärische Bedarf der Ukraine bleibt der Schutz vor ballistischen Raketen. Dafür ist das Land in entscheidendem Maße auf US-amerikanische Patriot-Systeme und PAC-3-Abfangraketen angewiesen.

Kyjiw drängt Washington nicht nur auf weitere Abfangraketen. Die Regierung fordert auch die Erlaubnis, sie im eigenen Land zu produzieren, um die langfristige Versorgung verlässlicher zu sichern.

US-Präsident Donald Trump hatte der Idee zunächst offenbar zugestimmt. Beim NATO-Gipfel Anfang Juli erklärte Trump, Washington werde der Ukraine eine Lizenz zur Produktion der Abfangraketen erteilen.

Doch drei Wochen später erklärte er, es gebe noch keine endgültige Entscheidung, und bezeichnete die Weitergabe der Technologie als bedeutenden Schritt.

Kurz darauf sagte der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, ein langfristiges Produktionsabkommen sei vor dem Winter kaum zu erwarten. Er betonte, die PAC-3-Technologie unterliege weiterhin strengen US-Exportbestimmungen.

Die widersprüchlichen Signale treffen die Ukraine in einer heiklen Phase. Die Vorräte an Patriot-Abfangraketen schwinden, während Russlands Kampagne mit ballistischen Raketen zunimmt und neue Angriffe auf das ukrainische Energienetz im Winter befürchtet werden.

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