Vier Ozon-Logistikzentren im Süden Russlands sind laut dem Onlinehändler am Montag von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Es brachen Brände aus, mehrere Menschen wurden verletzt.
Der russische Onlinehändler Ozon meldet, dass am Montag vier seiner Logistikzentren im Süden Russlands von ukrainischen Drohnen angegriffen wurden. Kyjiw weitet damit eine Kampagne aus, die Moskaus kommerzielle Lieferketten stören soll.
In einem Ozon-Zentrum in Machatschkala, der Hauptstadt der Region Dagestan, brach nach einem Drohnenangriff gegen 5.00 Uhr Ortszeit ein Feuer aus, teilte das Unternehmen mit.
Mehrere Menschen wurden verletzt, schweben laut Ozon aber nicht in Lebensgefahr. Der Betrieb am Standort ist vorübergehend eingestellt.
Auch in einem Logistikzentrum von Ozon in Enem in der Region Krasnodar wurde ein großer Brand gemeldet. Das Personal wurde evakuiert, Opfer gab es nach bisherigen Angaben nicht.
Lagerhäuser in Adygejsk und Newinnomyssk wurden wegen der Drohung weiterer Drohnenangriffe ebenfalls geräumt, blieben jedoch unbeschädigt.
Damit steigt die Zahl der seit Samstag angegriffenen Ozon-Standorte auf sechs. An diesem Tag hatte die Ukraine angekündigt, nach wochenlangen Attacken auf den Rivalen Wildberries nun Russlands zweitgrößten Online-Marktplatz ins Visier zu nehmen.
"Nachdem ukrainische Einheiten die 15 größten Logistikzentren von Wildberries getroffen haben, ist nun Ozon an der Reihe", erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium.
Kyjiw erklärt, die Lagerhäuser der Händler lagerten Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, und seien Teil von Lieferketten für die russischen Streitkräfte.
Ozon-Standorte in den Regionen Samara und Orenburg wurden bereits am Wochenende angegriffen. Hunderte Beschäftigte mussten die Anlagen verlassen, der Betrieb wurde gestört.
Die Aktien von Ozon fielen heute zeitweise um bis zu 28 Prozent, erholten sich später jedoch wieder etwas. Die Gesamtschäden für Wildberries und seine Händler durch ukrainische Angriffe – darunter zerstörte Warenbestände und die Wiederherstellung beschädigter Standorte – werden laut dem russischen Forbes auf 6 bis 8 Milliarden Euro geschätzt.
Russland verurteilt die ukrainischen Angriffe und spricht von Attacken auf zivile Infrastruktur.