Die Behörden in Nepal haben am Sonntag, dem 11. Oktober, entlang des Flusses Budhi Gandaki Evakuierungen angeordnet. Zuvor hatten plötzlich einsetzende Überschwemmungen Häuser und andere Gebäude in der bergigen Nordzentralregion des Landes weggerissen.
Bewohner der umliegenden Dörfer flüchteten auf höher gelegenes Terrain, als der stark angeschwollene Fluss durch enge Täler schoss. Luftaufnahmen der nepalesischen Armee zeigen Wassermassen, die zwischen den Bergen hindurchrasen, sowie Menschen, die in Sicherheit gebracht werden. Die Nationale Behörde für Katastrophenrisiko und -management rief die Bevölkerung dazu auf, bis in die späten Abendstunden wachsam zu bleiben.
Über Todesopfer wurde zunächst nichts bekannt. Allerdings gelten mehrere Menschen als vermisst. Erste Berichte deuten darauf hin, dass die Flut ausbrach, nachdem ein Erdrutsch den Fluss nahe Chumchure im Distrikt Gorkha blockiert hatte. Die provisorische Barriere brach später wieder zusammen.
Der jüngste Notfall trifft Nepal in einer Phase, in der das Land noch immer versucht, sich von verheerenden Überschwemmungen an der Grenze zu China im August zu erholen. Damals kamen mehr als 1.400 Menschen ums Leben, Tausende werden noch vermisst. Insgesamt waren fast 33.000 Menschen betroffen, rund 7.500 Häuser wurden beschädigt oder vollständig zerstört.
Die Regierung schätzt, dass der Wiederaufbau 4,77 Milliarden Dollar kosten wird. Die Behörden konzentrieren sich derzeit darauf, beschädigte Straßen und Brücken wiederherzustellen, vor allem in abgelegenen Regionen. Unterbrochene Verkehrswege erschweren dort die Versorgung mit Hilfsgütern.