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EU regelt grenzüberschreitende Erbschaften neu

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“Welche Gesetze gelten bei einer grenzüberschreitenden Erbschaft? Schafft die neue europäische Regelung im Falle von internationalen Erbschaften Klarheit für die Bürger der Europäischen Union?” Das möchte Clara aus Toulouse wissen.

In der EU gilt künftig bei grenzüberschreitenden Erbschaften das Recht des gewöhnlichen Aufenthalts

Paolo Pasqualis, der Vize-Präsident des CNUE, des Rates der Notare der Europäischen Union, erklärt: “Laut den europäischen Erbschaftsregeln gilt künftig das Recht des gewöhnlichen Aufenthalts, also die Gesetze des Landes in dem der Verstorbene gelebt hat. Die bisherigen Regeln wurden also vereinfacht.
Diese Regelung ist in allen EU-Mitgliedsstaaten in Kraft getreten, außer in Irland, Großbritannien und Dänemark. 25 EU-Ländern befolgen jetzt also die gleiche Regel, um herauszufinden welches Gesetz bei einer grenzüberschreitenden Erbschaft angewandt werden muss.
Das Problem ist, genau festzulegen, was mit dem Begriff “gewöhnlicher Aufenthalt” gemeint ist, denn das neue EU-Gesetz gibt keine Definition.
Um das zu tun, muss man die Lebensumstände des Verstorbenen berücksichtigen: Wo lebte dieser Mensch vor und zum Zeitpunkt seines Todes und was waren seine Verbindungen zu diesem Ort. Auch sein Familienleben und seine soziale Beziehungen spielen eine Rolle.
Nicht nur der gewöhnliche Aufenthalt zählt, es gibt auch die Möglichkeit vorher zu entscheiden, welches Gesetz angewandt werden soll.
Die betroffenen Menschen können also auswählen, ob das geltende Gesetz für ihre Erbschaft, das Gesetz ihres Landes oder das Gesetz ihrer Staatsbürgerschaft sein soll. Im Fall von doppelter Staatsbürgerschaft kann man zwischen den Gesetzen beider Länder aussuchen und so eine optimale Lösung für seine Erbschaft finden.

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