Eilmeldung

Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Anton Kalashnikov: Schwarz-Weiß-Fotos mit russischer Seele

Anton Kalashnikov: Schwarz-Weiß-Fotos mit russischer Seele

Anton Kalashnikov: Schwarz-Weiß-Fotos mit russischer Seele

Der Russe Anton Kalashnikov ist unser europäischer Fotograf des Monats.

Schon in jungen Jahren begann seine Liebe zur Fotografie. Kalashnikovs Leidenschaft hat eine ausgereifte Sammlung von auf dem ersten Blick gewöhnlichen aber bei näherem Hinsehen fantastischen Schwarz-Weiß-Fotografien hervorgebracht.

Man sagt, dass die Kunst immer von der Kunst beeinflusst wird, die ihr vorausging. Bei Kalaschnikows Kameraobjektiv hat sein russisches Vermächtnis eine große Rolle gespielt.

Einzigartig wie sie sind, bringen seine Bilder eine angenehme und nostalgische Atmosphäre, die uns in die Sowjetzeit zurückversetzt. Aber entlang der nostalgischen Brise gibt es einen konzeptuellen Kontrast: Kalaschnikow bringt uns flüsternd so manches Geheimniss des modernen Moskau bei, und wenn man aufmerksam hinsieht, erfährt man so manch Unerwartetes.

Anton's Arbeit wirft viele Fragen auf. Wir hatten die Gelegenheit, mit ihm über seine Erzählungen, seine Ideen und seinen Stil zu sprechen. Hier unser Interview:

Wie begann Ihre Liebe zur Fotografie?

Als ich zwölf war, schenkte mir mein Vater seine alte Spiegelreflexkamera. Sie war nicht sehr funktionell, aber es war eine echte Kamera, und sobald ich sie in die Finger bekam, fing ich an zu fotografieren!

Was sind Ihre wichtigsten Reiseutensilien und welche Kamera verwenden Sie?

Die meisten meiner Fotos mache ich mit meiner Canon EOS 300v, meiner Olympus OM1 Filmkamera mit verschiedenen Zuiko-Objektiven oder meiner Olympus Mju II Filmkamera, weil die sehr klein und diskret ist.

Meine Lieblings-Digitalkamera ist die Fuji X-E1.

Welche ist die eine Sache, die Sie damals gerne gewusst hätten, als Sie anfingen zu fotografieren?

Wenn ich meinem alten Ich eine Botschaft geben könnte, wäre das: Mehr lernen und mehr üben!

Wie würden Sie Ihren Fotografiestil beschreiben?

Ich mag Street Photography und Fotojournalismus. Ich würde meinen Stil als "trockene Realität" oder "Grunge" bezeichnen.

Was ist Ihr Lieblingsort oder Liebslingsobjekt zum Fotografieren?

Ich muss sagen, dass ich überall die gleiche Neugierde empfinde, obwohl ich besonders gerne die Details des gewöhnlichen Lebens aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel fotografiere. Ich denke, dass dies für ein besseres globales Verständnis der Menschen im Allgemeinen sorgen kann.

Ihr Lieblingsort in Europa und warum?

Ich bin viel in Osteuropa gereist. Ich mag Budapest wegen seiner Architektur und Bulgarien wegen seiner Ruhe.

Aber die interessanteste Reise, die ich gemacht habe, war letztes Jahr in Kiew. Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind jetzt sehr schlecht, und die meisten russischen Medien sprechen sehr schlecht über die Ukraine. Also wollte ich selbst sehen, was dort vor sich geht, ich glaube nie an offizielle Propaganda.

Ich fuhr ohne Hindernisse von Moskau bis nach Kiew und kam in die schönste und gemütlichste Stadt: sympathisch und gastfreundlich.

Als die Einheimischen herausfanden, wo ich herkomme, sagten sie: "Glaubt nichts, was sie über uns sagen. Ihr seid hier nicht in Gefahr". Und es war wahr.

Ich verbrachte vier unvergessliche Tage in Kiew, und ich kann mit Sicherheit sagen: Es gibt keine Feindseligkeiten zwischen den Menschen in unseren Ländern. Es ist alles Politik, das ist offensichtlich, aber jetzt habe ich Beweise.

Wer hat Sie bei Ihrer Arbeit inspiriert?

Wenn ich reise, lasse ich mich gerne vor Ort einfach treiben und suche nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten.

Inspiration kommt auch von der Arbeit berühmter Meister wie Imogen Cunningham, Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton und vielen anderen.

Man könnte also sagen, dass Neugier und Geschichte meine größten Inspirationsquellen sind.

Verfolgen Sie Anton's Arbeit - wie auch die anderer europäischer Fotografen - mit dem Instagram-Account von Euronews: @euronews.tv