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Geschäftsmöglichkeiten mit eCall

Geschäftsmöglichkeiten mit eCall
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In dieser Folge von Business Planet geht es um das automatische Notrufsystem eCall. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten in Europa gesenkt werden. Seit April 2018 müssen alle in der EU verkauften neuen Fahrzeugtypen mit eCall ausgerüstet sein.

Aber welche Geschäftsmöglichkeiten bietet diese Technologie? Darüber sprachen wir mit Alberto Fernández-Wyttenbach, von der Agentur für das Europäische GNSS. Die Global Navigation Satellite Systems Agency oder abgekürt GSA unterstützt die Europäische Kommission bei Aufgaben zum Aufbau und Betrieb eines globalen Navigationssatellitensystems (GNSS):

"Ecall ist eine neue Sicherheitskomponente des Fahrzeugs, die bei einem Unfall automatisch aktiviert wird, um den 112-Notdiensten über Galileo den genauen Standort zu melden", erklärt Fernández-Wyttenbach.

Wie funktioniert die Technologie?

Auf Europas Straßen sterben rund 25.000 Menschen jedes Jahr. ECall soll die Zahl der Verkehrstoten senken und die Reaktionszeit auf Notfälle in ländlichen Gebieten um bis zu 50 Prozent verkürzen. Bei einem schweren Unfall gibt die eCall-Vorrichtung des Fahrzeugs über Satellit automatisch die genaue Position des Fahrzeugs an. Der Fahrer kann auch per Knopfdruck Hilfe anfordern. Durch die Technologie werden auch neue Geschäftsmöglichkeiten geschaffen. NavCert ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in München. Dank der EU-Forschungsförderung testet und zertifiziert es das eCall-System und seine Komponenten:

"Ecall ist für uns sehr wichtig. Damit erwirtschaften wir etwa 50 Prozent unserer Erträge. Wir sind ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, aber unsere eCall-Kunden kommen aus China, Japan, Korea, aus der ganzen Welt", sagt Martin Grzebellus, Geschäftsführer von NavCert.

Das Unternehmen bietet darüber hinaus eine Reihe von Dienstleistungen mit globalen Navigationssystemen an. Martin Grzebellus:

"Die Kernkompetenz von NavCert liegt in den Bereichen Navigation und Positionierung. Ein anderer großer Marktbereich heute ist automatisiertes Fahren. Automatisiertes Fahren heißt, genau zu wissen, wo sich das Fahrzeug befindet, und dabei unterstützen wir die Automobilindustrie heute."

Geschäftsmöglichkeiten mit Navigationssystemen

Globale Navigationssysteme spielen eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltag. Aber welche Geschäftsmöglichkeiten bieten sie? Alberto Fernández-Wyttenbach erklärt:

"Traditionell werden sie im Transportwesen und in der Luft- und Seefahrt eingesetzt. Aber heute wird der Vorteil der präzisen Ortung auch bei Drohnen, den neuen autonomen Systemen und der neuen Unterhaltungselektronik genutzt." Er fügt hinzu: "Mit eCall können Hunderte von Menschenleben gerettet werden, und es gibt auch Tausende weniger schwere Verletzungen, dazu werden jährlich mehr als 25 Milliarden Euro eingespart."

eCall - das automatische Notrufsystem der EU

  • In der EU wurden 2016 über 25.500 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet und 135.000 Menschen schwer verletzt.
  • Für eine schnellere Notfallversorgung, die hilft, Leben zu retten, hat die EU zum 31. März 2018 sogenannte eCall-Systeme in neu typisierten Pkw und leichte Nutzfahrzeugen vorgeschrieben.
  • Die eCall-Geräte werden automatisch aktiviert, sobald Fahrzeugsensoren einen schweren Unfall erkennen. Rettungsdienste werden alarmiert und der Standort wird übermittelt.
  • Das System nutzt die Signale der EU-Satellitennavigationsprogramme Galileo und EGNOS, um die korrekte Position des Fahrzeugs zu ermitteln.
  • Laut Schätzungen kann eCall die Reaktionszeiten bei Notfällen in städtischen Gebieten um 40 Prozent und auf dem Land um 50 Prozent verkürzen.
  • Mit eCall könnte es rund 2500 Verkehrstote weniger geben; 26 Millionen Euro pro Jahr könnten auf diese Weise eingespart werden.

Nützliche Links

eCall

EGNOS

Galileo

EU Weltraumprogramm