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Der Mann der 1000 Plakate

Der Mann der 1000 Plakate
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1978 hat der ehemalige Musikjournalist und heutige Archivar Tamás Szőnyei mit dem Sammeln von Underground-Konzertplakaten im kommunistischen Budapest begonnen. Jetzt wird seine 1000 Plakate umfassende Sammlung in eine Online-Datenbank integriert, in der historisches Material von kommunistischen Regimen in Mittel- und Osteuropa gesammelt wird. Im Interview erzählt er, wie seine Leidenschaft entstand:

"1978, ich war 21 Jahre alt, habe ich angefangen, ungarische New-Age- und Underground-Poster zu sammeln. Ich liebte diesen Musikstil. Ich ging zu den Konzerten, der visuelle Stil hat mir sehr gut gefallen. Außerdem wollte ich Journalist werden und über diese Bands schreiben. Aus diesen zwei Gründen bin ich zum Sammler geworden. Meine Postersammlung wurde bereits mehrmals ausgestellt. Die erste Ausstellung fand 1985 statt, nur fünf Jahre vor dem Ende des kommunistischen Regimes. In den neunziger Jahren und dann 2000 hatte ich weitere Ausstellungen und mit einem anderen Sammler brachten wir einen Bildband heraus. Zur Vorbereitung brauchten wir viel Hintergrundwissen von den Bands: wer das Poster gemacht hat zum Beispiel. Die Mitglieder der Bands wussten, dass ich ein Sammler bin, und sie freuten sich darüber, denn auf diese Weise lebten die Erinnerungen weiter, auch wenn sie keine Originale der Poster mehr hatten."