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EU-Parlament debattiert Probleme beim Impf-Start

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Von Stefan Grobe
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EU-Parlament debattiert Probleme beim Impf-Start
Copyright  Cecilia Fabiano/LaPresse
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Die schleppenden Impf-Operationen in der EU sind Thema von Anhörungen in Europäischen Parlament gewesen. Dabei verteidigte die EU-Verhandlungsführerin die Strategie der Kommission und versprach einen Anstieg der Dosen in den nächsten Wochen.

Die EU habe das gekauft, was angeboten wurde, sagte Sandra Gallina vor der Abgeordneten. Bei den Verhandlungen mit den Pharma-Unternehmen seien die Mengen ausgehandelt worden, die in der Produktion und verfügbar gewesen seien. In der Zukunft stünden noch größere Mengen zur Verfügung. Deswegen verstehe sie die Debatte nicht. Die Dosen seien vorhanden, und die Produktion steige.

Um 440 Millionen Menschen zu impfen, sicherte sich die EU zwei Milliarden Dosen von insgesamt sieben verschiedenen Impfstoffen. Die Unklarheit darüber, wieviel Dosen eines jeden Präparats wann genau verfügbar ist, erzeugt indes Unmut.

Es gebe eine Art Kampf zwischen Mitgliedsstaaten darüber, wem wieviel Dosen zugeteilt worden seien, sagt die französische Grüne Michele Rivasi. Dabei sollte das eigentlich eine öffentlich zugängliche Information sein.

Unklarheit herrscht auch darüber, wieviele Impfungen von einem Glasfläschchen von Pfizer-BioNTech verabreicht werden können. Die Europäische Arzneimittel-Agentur sagt sechs, offiziell sind es nur fünf. er deutsche Abgeordnete Peter Liese, selbst praktizierender Arzt, ist noch anderer Meinung.

Er habe bei Impfungen in Deutschland mitgeholfen und festgestellt, dass man sieben Dosen erreichen könne, so Liese. Die Mitgliedsstaaten müssten nur die richtige Spritzen einsetzen, dann könnten nicht nur 20, sondern bis zu 40 Prozent mehr Menschen geimpft werden.

Das müsse jetzt im Vordergrund stehen nicht wer was im August getan oder unterlassen habe

Was Impf-Nationalismus angeht, so verweist die EU-Kommission auf den Solidaritätsgedanken, den ihr Handeln bestimmt habe. Gallina: In der Strategie der Kommission gehe es vor allem darum, dass sich alle Mitgliedsstaaten den Impfstoff leisten könnten. Es sei eine gemeinsame europäische Anstrengung, niemanden allein zu lassen.

Ob diese Strategie von Erfolg gekrönt war, werden die nächsten Monate zeigen.