Während die Spritpreise in den USA erstmals seit 2022 wieder über 4 Dollar steigen und weltweit die Energiekosten anziehen, attackiert Donald Trump die Verbündeten scharf: Wer über teuren Treibstoff klagt, solle sich "sein eigenes Öl holen".
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag seinen Unmut über Verbündete geäußert, die nach seiner Darstellung nicht bereit seien, die USA bei einer gewaltsamen Wiederöffnung der vom Iran kontrollierten Straße von Hormus zu unterstützen. Länder, die sich über hohe Treibstoffpreise beklagten, sollten sich ihr Öl "selbst besorgen", schrieb er.
"Ihr müsst lernen, für euch selbst zu kämpfen, denn die USA werden nicht mehr für euch da sein, so wie ihr auch nicht für uns da wart. Der Iran ist im Grunde genommen dezimiert worden. Der schwierige Teil ist erledigt. Geht und holt euch euer eigenes Öl", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Zudem erklärte der US-Präsident, andere Staaten sollten Kerosin aus den USA kaufen, denn "wir haben genug".
Trumps Äußerungen fielen auf denselben Tag, an dem der durchschnittliche Benzinpreis in den USA erstmals seit 2022 wieder die Marke von 4 Dollar (3,48 Euro) pro Gallone überschritt. Auch weltweit zogen die Kraftstoffpreise weiter an.
Nach Angaben des Automobilclubs AAA liegt der landesweite Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin inzwischen bei 4,02 Dollar - mehr als einen Dollar höher als vor Beginn des Krieges am 28. Februar.
Zuletzt mussten Autofahrer in den USA vor fast vier Jahren im Schnitt ähnlich hohe Preise an der Zapfsäule zahlen, nach Russlands Einmarsch in die Ukraine.
Unterdessen hat der Iran am Dienstag als Reaktion auf neue israelische Angriffe auf die Hauptstadt Teheran erneut Raketen über dem Nahen Osten abgefeuert. Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt, mehr als die Hälfte der militärischen Ziele sei bereits erreicht worden.
"Es ist definitiv mehr als die Hälfte des Weges geschafft. Aber ich möchte mich nicht auf einen Zeitplan festlegen", sagte Netanjahu dem US-Sender Newsmax.
In Jerusalem heulten Sirenen, nachdem das israelische Militär mitgeteilt hatte, auf neue iranische Raketenangriffe zu reagieren. Zugleich berichteten iranische Medien von neuen Explosionen in Teheran, die in Teilen der Hauptstadt zu Stromausfällen geführt haben sollen.
Iranische Medien meldeten zudem, erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Angriffe in Zentraliran mehrere "militärische Einrichtungen" getroffen hätten.
Weitere iranische Angriffe über dem Golf
Der Iran hat weitere Raketen auf Golfstaaten abgefeuert. Herabfallende Trümmer abgefangener Geschosse verletzten dabei vier Menschen in Dubai; außerdem geriet im Hafen der Stadt ein kuwaitischer Öltanker in Brand.
In Saudi-Arabien erklärten die Behörden, acht ballistische Raketen abgefangen zu haben - nur wenige Stunden nachdem der iranische Spitzendiplomat Riad aufgefordert hatte, "die US-Streitkräfte abzuziehen".
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi betonte, Teherans Angriffe auf die Golfstaaten richteten sich ausschließlich gegen US-Streitkräfte, auch wenn in der gesamten Region auch zivile Ziele getroffen worden seien.
"Iran respektiert das Königreich Saudi-Arabien und betrachtet es als eine brüderliche Nation", schrieb er auf X. Dazu veröffentlichte er ein Foto, das angeblich die Beschädigung eines US-Flugzeugs auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan im Königreich zeigt.
"Unsere Operationen richten sich gegen feindliche Aggressoren, die keinen Respekt vor Arabern oder Iranern haben und keine Sicherheit bieten können."