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Netanjahu: "Über die Hälfte" der Iran-Kriegsziele erreicht

Israelische Behörden inspizieren ein beschädigtes Haus nach einem iranischen Raketeneinschlag in Haifa, Israel, Montag, 30. März 2026.
Israelische Behörden inspizieren ein beschädigtes Haus nach einem iranischen Raketeneinschlag in Haifa, Israel, Montag, 30. März 2026. Copyright  AP Photo/Ariel Schalit
Copyright AP Photo/Ariel Schalit
Von Emma De Ruiter
Zuerst veröffentlicht am
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Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, Trumps Partner bei den Angriffen auf den Iran, erklärte, mehr als die Hälfte der militärischen Ziele sei bereits erreicht. Einen weiteren Zeitplan für die Operation wollten jedoch weder er noch Trump nennen.

Als Reaktion auf die jüngsten israelischen Angriffe auf Teheran hat der Iran am frühen Dienstagmorgen Raketen über dem Nahen Osten abgefeuert. Die Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärt hatte, mehr als die Hälfte der militärischen Ziele sei bereits erreicht worden.

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"Wir sind definitiv über die Hälfte hinaus, aber ich möchte mich nicht auf einen Zeitplan festlegen", sagte Netanjahu dem US-Sender Newsmax.

In Jerusalem heulten Sirenen auf, während das israelische Militär mitteilte, auf neue iranische Raketen reagiert zu haben. Gleichzeitig berichteten iranische Medien von weiteren Explosionen in Teheran, die in Teilen der Hauptstadt Stromausfälle verursachten.

Ersten Erkenntnissen zufolge seien bei den Angriffen in Zentraliran mehrere "militärische Einrichtungen" getroffen worden, berichteten iranische Staatsmedien.

Weitere iranische Angriffe auf Golfstaaten

Der Iran weitete seine Angriffe auch auf Golfstaaten aus. In Dubai wurden vier Menschen durch herabfallende Trümmer abgefangener Geschosse verletzt, während im Hafen ein kuwaitischer Öltanker in Brand geriet.

Saudi-Arabien meldete, acht ballistische Raketen abgefangen zu haben. Dies geschah nur Stunden, nachdem Irans Chefdiplomat Riad aufgefordert hatte, "die US-Streitkräfte abzuziehen".

Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die Angriffe Teherans richteten sich ausschließlich gegen US-Streitkräfte – auch wenn in der Region zivile Ziele betroffen waren.

Derzeit wachsen die Spannungen zwischen Iran und den Golfstaaten, die zunehmend unzufrieden sind und Washington zu einer Fortsetzung des Krieges drängen.

"Iran respektiert das Königreich Saudi-Arabien und betrachtet es als brüderliche Nation", schrieb Araghchi auf X. Dazu veröffentlichte er ein Bild, das angeblich Schäden an einem US-Flugzeug auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan zeigt. "Unsere Operationen richten sich gegen feindliche Aggressoren, die weder Araber noch Iraner respektieren und keine Sicherheit gewährleisten können." Und weiter: "Es ist höchste Zeit, die US-Streitkräfte abzuziehen."

Trump führt offenbar Gespräche – Iran widerspricht

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er stehe in direktem Kontakt mit hochrangigen Vertretern Irans. Am Montag sagte er, die USA verhandelten mit Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf.

Dieser wies entsprechende Angaben jedoch zurück. Bereits zuvor hatte er bestritten, dass Teheran mit Washington verhandle, und bezeichnete die von Pakistan vermittelten Gespräche als Vorwand für eine stärkere US-Militärpräsenz.

Auch der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, dementierte erneut direkte Gespräche. Die USA hätten lediglich über Mittelsmänner – darunter Pakistan – Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Teheran habe zwar einen 15-Punkte-Plan der Trump-Regierung erhalten, dieser enthalte jedoch "übertriebene, unrealistische und irrationale" Forderungen. Direkte Verhandlungen habe es nicht gegeben.

Qalibaf erklärte laut staatlichen Medien zudem, die iranischen Streitkräfte warteten "auf die Ankunft amerikanischer Truppen am Boden, um sie zu verbrennen und ihre regionalen Partner dauerhaft zu bestrafen".

Neue Drohungen gegen Irans Infrastruktur

Trump drohte am Montag erneut mit massiven Angriffen auf Irans Energieinfrastruktur und andere zentrale Einrichtungen, darunter Entsalzungsanlagen, falls nicht "in Kürze" eine Einigung erzielt werde.

Zudem stellte er den Einsatz von Bodentruppen in Aussicht, um etwa die wichtige Ölinfrastruktur auf der Insel Kharg zu sichern – ein Schritt, der laut Experten erhebliche Risiken birgt.

"Der Einsatz von Bodentruppen könnte psychologisch der überzeugendste Schlag gegen den Iran sein", sagte Michael Eisenstadt vom Washington Institute for Near East Policy. "Gleichzeitig setzt man damit die eigenen Kräfte erheblichen Gefahren aus."

Die Insel liege nahe am iranischen Festland, wodurch sie leicht angegriffen werden könne, so Eisenstadt weiter.

Unterdessen ist ein US-Kriegsschiff mit rund 2.500 Marines im Nahen Osten eingetroffen. Zudem werden mindestens 1.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision erwartet, weitere 2.500 Marines sollen aus Kalifornien folgen.

Welche konkrete Rolle diese Truppen übernehmen sollen, ist bislang unklar. Die 82. Luftlandedivision ist darauf spezialisiert, per Fallschirm in feindliches Gebiet vorzudringen und strategisch wichtige Punkte wie Flughäfen zu sichern.

Weitere Quellen • AP, AFP

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