FIFA zahlt dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan das volle Honorar der Fußball-WM, nachdem US-Grenzbeamte ihm wegen mutmaßlicher Terror-Bedenken die Einreise verweigert hatten.
Nach elf Stunden Befragung durch die US-Einwanderungsbehörde auf dem Internationalen Flughafen von Miami wurde Omar Artan mitgeteilt, dass er nicht in die USA einreisen darf. Die Einwanderungsbehörden akzeptierten weder seinen Diplomatenpass noch sein einmaliges US-Visum.
US-Behörden verdächtigen Artan, mit mutmaßlichen Mitgliedern von Terrororganisationen in Verbindung zu stehen. Die Beamten fragten ihn nach möglichen Kontakten zur somalischen Miliz Al Shabab. Artan erklärte der Grenzpolizei, er kenne diese Organisation nicht.
"Ich hatte alle Unterlagen. Ich hatte das richtige Visum“, sagte der Fußball-Schiedsrichter aus Somalia.
Nachdem man ihn in ein Flugzeug zurück nach Mogadischu gesetzt hatte, schaltete sich die FIFA ein, erklärte aber, für die Einreisen seien die Behörden der Gastgeberländer verantwortlich. Nach Informationen von BBC Sport sagte der Weltverband zu, sein Gehalt zu übernehmen.
"Ich bin einfach nur ein Schiedsrichter, der versucht, sich seinen Traum zu erfüllen – den größten Traum meines Lebens: zur Weltmeisterschaft zu fahren“, beteuerte Artan.
Wie hoch die Vergütung für die Schiedsrichter nach der Weltmeisterschaft ausfällt, ist noch offen.
CAF kürte Artan zum Schiedsrichter des Jahres 2025
Trotz des Rückschlags gehört Artan weiter zu den angesehensten Schiedsrichtern Afrikas.
Der afrikanische Verband CAF hatte ihn als "Men’s Referee of the Year 2025“ ausgezeichnet - als besten Schiedsrichter im Männer-Fußball 2025. Inzwischen erhielt Omar Artan eine Einladung, um am 12. August in Salzburg den UEFA-Supercup zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa zu leiten.
Zuvor hatte er am 1. Juni 2025 das Rückspiel des Finals der afrikanischen Champions League zwischen Pyramids FC aus Neu-Kairo und Mamelodi Sundowns aus Pretoria gepfiffen.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat bedankte sich der 34-jährige Schiedsrichter bei "meinem Volk und meinem Land“. Omar Artan schwor, er werde bei der Weltmeisterschaft 2030 auf dem Platz stehen.