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Schattenplatz nur mit Kind oder ab 65: Sardiniens neue Strandregeln sorgen für Ärger

Strand von Villasimius auf Sardinien
Strand von Villasimius auf Sardinien Copyright  Euronews
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Von Fortunato Pinto
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach dem Brand, der 2025 den Strand von Punta Molentis verwüstete, haben die lokalen Behörden für dieses Jahr strenge Regeln erlassen. Viele Einwohner kritisieren die Maßnahmen, vor allem die begrenzten Zugangszahlen.

Wer in diesem Sommer einen der bekanntesten Strände Sardiniens besuchen möchte, muss sich auf ungewöhnliche Regeln einstellen. Am Strand Punta Molentis dürfen Erwachsene künftig keine eigenen Sonnenschirme mehr aufstellen. Erlaubt sind sie nur noch für Familien mit Kindern sowie für Menschen ab 65 Jahren.

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Für Diskussionen sorgt eine entsprechende Verordnung des Bürgermeisters von Villasimius, Gianluca Dessì. Zusätzlich wird für den Zugang zum Strand eine Gebühr von zehn Euro pro Person fällig.

Die Regelung gilt vom 6. Juni bis zum 31. Oktober 2026 und soll das empfindliche Küstenökosystem schützen. Dieses war bei einem schweren Brand am 27. Juli 2025 stark beschädigt worden. Das Feuer gefährdete Urlauber und zerstörte große Teile der Vegetation sowie zahlreiche Fahrzeuge.

Im Mittelpunkt der Verordnung steht eine strenge Begrenzung der Besucherzahlen an Land und auf dem Wasser. „Der Zugang über Land ist auf maximal 70 Fahrzeuge pro Tag und höchstens 150 Personen gleichzeitig begrenzt. Das Aufstellen von Sonnenschirmen oder anderen Schattenspendern ist verboten. Ausgenommen sind Familien mit Kindern bis zehn Jahren sowie Personen ab 65 Jahren, denen jeweils ein Sonnenschirm erlaubt ist“, heißt es in der Anordnung des Bürgermeisters vom 5. Juni.

Auch für Besucher, die mit dem Boot anreisen, gelten strenge Vorgaben. Der Zugang ist auf 100 Personen gleichzeitig begrenzt und nur über zugelassene Anbieter möglich. Außerdem dürfen keine Rucksäcke oder Kühltaschen an Land gebracht werden. Der Aufenthalt ist auf maximal eine Stunde beschränkt.

Bürgermeister: „Die Umwelt muss geschützt werden“

Dessì begründet die Maßnahmen damit, dass „außergewöhnliche Schritte notwendig sind, um die Umwelt zu schützen, empfindliche Lebensräume zu bewahren und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten“.

Die Verordnung untersagt außerdem das Einschlagen von Pfählen sowie das Aufstellen von Zelten oder Pavillons. Nach Angaben der Gemeinde müsse die Zahl der Besucher auf ein Maß begrenzt werden, das mit dem aktuellen Zustand des Strandes vereinbar sei. Die Einhaltung der Regeln wird von der örtlichen Polizei überwacht. Geplant sind drei Kontrollen pro Tag.

Spott im Netz

In den sozialen Netzwerken reagieren Einheimische und Urlauber mit Empörung und Spott. Die Debatte schaffte es inzwischen sogar in britische Medien.

Auf der Facebook-Seite der Gemeinde häufen sich ironische Kommentare. „Muss ich mir jetzt ein Kind ausleihen, damit ich einen Sonnenschirm aufstellen darf?“, fragt ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Um mit Sonnenschirm an den Strand zu dürfen, muss ich entweder meinen Großvater mitbringen oder bis morgen noch schnell ein Kind bekommen.“

Einige Nutzer rufen bereits zum Boykott des Strandes auf. Andere fordern, die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern stärker in Infrastruktur und Dienstleistungen zu investieren. So sei es „nur fair“, auch die Zufahrtsstraßen zu den Stränden zu sanieren oder für eine bessere Beleuchtung zu sorgen, statt die Einnahmen vor allem über Parkgebühren zu erzielen.

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