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Die größten britischen Banken tätigen erste Interbank-Transaktionen mit tokenisierten Einlagen

Archivbild: Außenansicht der Barclays-Zentrale im Geschäftsviertel Canary Wharf in London, aufgenommen am 8. Mai 2014.
ARCHIV: Außenansicht der Barclays-Bank-Zentrale im Londoner Finanzviertel Canary Wharf, 8. Mai 2014. Copyright  AP Photo/Matt Dunham
Copyright AP Photo/Matt Dunham
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die größten britischen Banken haben erstmals untereinander Geld mit tokenisierten Einlagen transferiert. Die Bank of England sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu blockchainbasiertem Buchgeld, das sie privaten Stablecoins vorzieht.

Britische Pfund auf gewöhnlichen Bankkonten sind erstmals über Blockchain-Schienen zwischen konkurrierenden Kreditgebern bewegt worden.

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Lloyds, NatWest und Barclays haben zwei Umschuldungen mit tokenisierten Einlagen abgewickelt. Parallel dazu führte eine Gruppe aus drei Banken, darunter HSBC, eine Zahlung von Kunde zu Kunde durch, die einen Kauf auf einem Online-Marktplatz simulierte, wie der Branchenverband UK Finance am Donnerstag mitteilte.

Eine tokenisierte Einlage ist eine normale Bankeinlage, die nicht im internen Kontensystem der Bank, sondern auf einer Blockchain verbucht wird. Sie behält denselben Rechtsstatus und denselben Einlagenschutz wie Guthaben auf herkömmlichen Konten. Die Zahlung kann jedoch sofort abgewickelt werden und sich nur dann bewegen, wenn vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.

Die Tests zeigten, wie das in der Praxis funktioniert.

Bei den Umschuldungen wurden die Gelder zwischen den Banken automatisch freigegeben, sobald der Eigentumsübergang der Immobilie bestätigt war. Im Marktplatz-Versuch blieb das Geld der Käuferin oder des Käufers zunächst blockiert und floss erst an die Verkäuferseite, nachdem die Lieferung verifiziert war – echte Waren wechselten allerdings nicht den Besitzer.

Entscheidend ist das Stichwort „interbank“.

Banken experimentieren seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Blockchain-Technologie. Bisher entwickelten sie jedoch meist eigene Systeme und konnten deshalb nicht direkt miteinander Transaktionen durchführen. Das Pilotprojekt „Great British Tokenised Deposit“, das im vergangenen Jahr startete, verbindet sie nun miteinander.

Barclays, HSBC, Lloyds, Monzo, NatWest, Nationwide und Santander sind beteiligt. Das Vorhaben steht zudem unter offizieller Aufsicht.

Die Bank of England betont, dass sie Innovationen mit tokenisierten Bankeinlagen bevorzugt. Stablecoins, also meist an den US-Dollar gekoppelte Kryptotoken privater Anbieter außerhalb des Bankensystems, sieht sie deutlich kritischer.

Die teilnehmenden Kreditgeber wollen nun ein gemeinsames Unternehmen gründen und ein Regelwerk festlegen. Im ersten Quartal 2027 planen sie die Emission von drei digitalen Anleihen, die mithilfe tokenisierter Einlagen gehandelt und abgewickelt werden sollen.

Tokenisierung in Europa: Woche mit wichtigen Weichenstellungen

Der britische Meilenstein krönt eine Woche, in der Europas Kurs beim digitalen Geld klarer geworden ist.

Am Montag startete das Eurosystem die Plattform Pontes. Sie erlaubt es Banken, Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld zu begleichen. Nach Angaben der Notenbank sind 13 Institute sofort einsatzbereit.

Die Europäische Zentralbank kündigte außerdem an, einen Teil ihrer eigenen Mittel über das neue System in tokenisierte Wertpapiere zu investieren.

Einen Tag später veröffentlichten Europas Zentralbanken ihre gemeinsame Antwort auf die Überprüfung des EU-Krypto-Regelwerks MiCA. Sie fordern ein weitergehendes Verbot von Zinszahlungen auf Stablecoins und zusätzliche Befugnisse, um Tokens zu begrenzen, die an ausländische Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind.

Der rote Faden: Bevorzugt werden Formen von Geld, die regulierte Banken oder Zentralbanken ausgeben, nicht privat emittierte Stablecoins.

London und Frankfurt setzen dabei auf unterschiedliche Instrumente. Beide gehen jedoch davon aus, dass die Zukunft der tokenisierten Finanzwelt auf vertrauten Geldformen beruhen sollte – und nicht auf Tokens, die Kryptofirmen kontrollieren.

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