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Trump ordnet an: US-Beamte sollen KI „Superintelligenz“ nennen

ARCHIV: Präsident Donald Trump spricht am Dienstag, 22. September 2026, vor der UN-Vollversammlung im UNO-Hauptquartier. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
ARCHIV: US-Präsident Donald Trump spricht vor der UN-Vollversammlung im UN-Hauptquartier, Dienstag, 22. September 2026. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson) Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
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Der US-Präsident findet, dass „künstliche“ Intelligenz unecht klingt. Das Außenministerium rät Diplomaten nun, stattdessen von „SI“ zu sprechen.

Das Büro für internationale Organisationen im US-Außenministerium hat die Mitarbeiter angewiesen, den Begriff „künstliche Intelligenz“ nicht mehr zu verwenden und stattdessen von „Super Intelligence“ zu sprechen.

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Die Anweisung kam per E-Mail, die Michael Drager, stellvertretender beigeordneter Staatssekretär des Büros, Anfang dieser Woche verschickte. Die Betreffzeile lautete passend: „Change in Nomenclature AI to SI“.

„Nach den heutigen Ausführungen des Präsidenten vor der Vollversammlung bitten wir Sie, in unseren Dokumenten und Positionen alle Verweise auf ‚Artificial Intelligence‘ durch ‚Super Intelligence‘ zu ersetzen“, hieß es in der Nachricht. Künftig solle die Abkürzung „SI“ in „allen Reden, Positionspapieren und Presseunterlagen“ stehen.

Die E-Mail, die der Nachrichtenagentur Associated Press am Mittwoch vorlag, ließ offen, ob auch andere Abteilungen des Außenministeriums folgen sollen.

Trump entwickelt seit Beginn seiner zweiten Amtszeit einen Hang zum Umbenennen.

Im Januar 2025 unterzeichnete er eine Verfügung, die den Golf von Mexiko in „Gulf of America“ umbenennt. Im August dieses Jahres legte er nach und taufte den mit Kanada geteilten Ontariosee inmitten eines Handelsstreits mit Ottawa in „Lake America“ um.

Kein anderes Land hat diese Änderungen anerkannt. Google und Apple haben ihre Karten jedoch so angepasst, dass sie den neuen Namen für den Golf zeigen.

„Nicht künstlich, sondern super“

Vor der UN-Generalversammlung in New York erklärte Donald Trump am Dienstag, der Begriff „artificial“ werde der Technologie nicht gerecht.

„Wenn man das Wort artificial benutzt, wirkt Intelligenz gefälscht. Sie klingt unecht, und sie ist nicht unecht. Sie ist in Wirklichkeit erstaunlich“, sagte er zu den versammelten Staats- und Regierungschefs. Er kündigte an, dass US-Regierungsdokumente „von jetzt an“ das Wort „artificial“ durch „den viel treffenderen Begriff super“ ersetzen sollen.

Nichts deutete darauf hin, dass die Bemerkungen als Scherz gemeint waren. Das Büro, das die US-Vertretungen bei den Vereinten Nationen und anderen multilateralen Organisationen betreut, behandelte sie jedenfalls nicht als Witz.

Die Folgen gehen über bürokratische Formulierungen hinaus.

Trump hatte am Wochenende eine „AI Force“ angekündigt; wenn sich die neue Terminologie durchsetzt, wird daraus folgerichtig eine „SI Force“.

US-Vertreter benutzen den Begriff „SI“ bereits in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu den Risiken künstlicher Intelligenz. Dort forderten die Vorstandschefs von OpenAI, Anthropic und Hugging Face das mächtigste diplomatische Gremium der Welt auf, die Technologie stärker einzuhegen.

Umbenennung bremst Technik nicht

Der neue Wortschatz trifft auf zunehmend schärfere Warnungen aus der Branche.

Dario Amodei vom Unternehmen Anthropic warnt, schlecht gesteuerte KI könne ein Risiko für die Menschheit insgesamt werden.

Abgeordnete, darunter Senator Bernie Sanders, schlagen Alarm, weil die Technologie der Kontrolle durch Menschen davonlaufen könnte. Forschende haben dokumentiert, dass KI-Systeme sich mitunter anders verhalten, als ihre Entwickler beabsichtigt hatten.

An Trumps Grundhaltung hat all dies nichts geändert.

Er lehnt strengere staatliche Aufsicht konsequent ab und argumentiert, Regulierung würde den Vorsprung der USA gegenüber China schmälern.

„Ich werde das Wachstum von etwas nicht abwürgen, das größer sein wird als die industrielle Revolution oder das Internet selbst“, schrieb er am Montag in sozialen Medien und behauptete zugleich, die USA lägen in diesem Bereich deutlich vor Peking.

Die zeitliche Nähe stellt die neue Terminologie sofort auf die Probe: Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in Washington eingetroffen, mit künstlicher Intelligenz weit oben auf der Agenda.

Weitere Quellen • AP

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