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Zugkatastrophe von Tempi: Wie ein altes Video zur Falschmeldung wurde

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Die Aufnahmen sind aus dem Zusammenhang gerissen worden.
Man hat die Aufnahmen aus dem Zusammenhang gerissen. -  Copyright  Euronews
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Im Netz verbreitet sich ein Video, das angeblich zeigt, wie Proteste ganz Griechenland zum Stillstand bringen. Doch die Aufnahmen sind alt. Sie stammen aus dem Februar 2025, vom Jahrestag der schweren Zugkatastrophe von Tempi.

Im Netz kursiert ein Video einer großen Menschenmenge in der griechischen Stadt Thessaloniki. Dazu verbreiten Nutzer die Behauptung, Proteste hätten das Land komplett lahmgelegt.

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"Griechenland ist gelähmt", heißt es in mehreren Beiträgen. Sie behaupten, Flughäfen, Häfen, Fabriken und Züge hätten den Betrieb eingestellt. Andere berichten von gewaltigen Protesten im ganzen Land.

Die Bilder zeigen zwar eine echte Demonstration, sie wurden jedoch mehr als ein Jahr vor dem Auftauchen der aktuellen Posts aufgenommen.

Beiträge mit der Behauptung ‚Griechenland ist gelähmt‘
Beiträge mit der Behauptung ‚Griechenland ist gelähmt‘ Euronews

Dasselbe Video tauchte bereits im Februar 2025 im Netz auf. Damals erinnerten landesweite Großkundgebungen an den zweiten Jahrestag der Zugkatastrophe von Tempi. Im Februar 2023 prallten nahe Tempi in Zentralgriechenland ein Personenzug und ein Güterzug aufeinander. 57 Menschen starben. Das Unglück löste Wut aus und Forderungen nach mehr Sicherheit auf der Schiene.

Begleitet wurden die Jahrestagsproteste von einem landesweiten Streik im Flug-, Bahn- und Fährverkehr. Hunderttausende Menschen gingen in mehr als 300 Städten und Gemeinden in Griechenland und im Ausland auf die Straße und forderten Gerechtigkeit für die 57 Todesopfer von 2023. All das geschah 2025. Die erneut verbreiteten Videos belegen keinen neuen Stillstand im September dieses Jahres.

Die Katastrophe ist in Griechenland weiterhin ein schmerzhaftes Thema. In Larissa läuft seit März ein Strafprozess mit 36 Angeklagten, darunter ein Fahrdienstleiter und Verantwortliche der Bahn. Sie müssen sich wegen der Kollision und der tödlichen Folgen verantworten. Angehörige der Opfer suchen weiter nach Antworten, einige sagen vor Gericht aus.

Im September gab es in Griechenland tatsächlich Proteste. Am 5. September 2026 demonstrierten in Thessaloniki Tausende Menschen. Sie protestierten gegen die Lebenshaltungskostenkrise und verlangten Maßnahmen bei Löhnen und Renten. Der Aufmarsch fiel mit der jährlichen Wirtschaftsrede von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in der Stadt zusammen.

Nach Polizeiangaben, auf die sich die Nachrichtenagentur AP beruft, beteiligten sich mehr als 25.000 Menschen an den Demonstrationen in Thessaloniki. Gewerkschaften und andere Organisationen forderten höhere Einkommen.

Diese Kundgebungen haben jedoch nichts mit dem Video von 2025 zu tun. Die Aufnahmen sind nicht aktuell.

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