Nach seinem Besuch in Paris hat der Papst am zweiten Tag seiner Frankreich-Reise den Pilgerort Lourdes besucht und auch Kritik an französischen Gesetzen geübt.
"Es ist unmöglich, das Töten als normal anzusehen. Was legal ist, ist nicht unbedingt moralisch." Mit diesen Worten hat Papst Leo XIV. am zweiten Tag seines Besuchs in Frankreich das Gesetz zur Sterbehilfe kritisiert.
Im Wallfahrtsort Lourdes in Westfrankreich erklärte der Pontifex: "Kein menschliches Gesetz darf euch die Gewissheit eurer Würde nehmen. Im Gegenteil: Im Namen dieser unveräußerlichen Würde des Menschen muss die Versuchung, unter dem Deckmantel falscher Barmherzigkeit den Tod zu bringen, entschieden zurückgewiesen werden.“
In Lourdes traf der Papst auch Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Vertreter der katholischen Kirche. Im Vorfeld hatten einige von ihnen beklagt, dass die Aufarbeitung dieser Vergehen ins Stocken geraten sei.
Strikte Trennung zwischen Staat und Religion in Frankreich
Papst Leo XIV. war zuvor in Paris - für einen 32-stündigen Blitzbesuch. Er fuhr in seinem Papamobil durch die Stadt, hielt eine Rede im UNESCO-Hauptquartier und zelebrierte zudem eine Open-Air-Messe vor schätzungsweise 700.000 Menschen, wie aus Zahlen des Vatikans hervorgeht.
Auf den Champs-Elysées in Paris rief die begeisterte Menge immer wieder „Leo! Leo!“. Viele hatten waren schon Stunden vor dem Eintreffen des Oberhaupts der katholischen Kirche vor Ort, um sich einen guten Platz zu sichern. Die U-Bahn-Stationen in der Umgebung wurden im Rahmen der strengen Sicherheitsvorkehrungen geschlossen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron war bei keiner der Papstmessen dabei, denn in Frankreich ist die Laizität, also die strikte Trennung von Staat und Religion, in der Verfassung verankert.
Die Ehefrau des Präsidenten, Brigitte Macron, nahm jedoch zusammen mit dem französischen Premierminister Sébastien Lecornu an der Messe am Samstag teil.