Das dänische Außenministerium bestreitet, die Musik vor der Unterzeichnung ausgewählt zu haben. Dennoch verbreitet sich die Behauptung weiter in sozialen Netzwerken. Fakt ist: Das Lied wurde tatsächlich gespielt.
In sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, Dänemark habe bewusst das Lied „Send in the Clowns“ abgespielt, bevor US-Präsident Donald Trump im UN-Hauptquartier in New York zur Vertragsunterzeichnung mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erschien.
Die Behauptung verbreitete sich auf X, Bluesky, Facebook und Instagram.
Ein Beitrag auf X erreichte mehr als 1,3 Millionen Aufrufe.
Der geteilte Clip zeigt eine Nahaufnahme von US-Außenminister Marco Rubio, während im Hintergrund der Refrain „Where are the clowns? Send in the clowns. Don't bother, they're here.“ zu hören ist.
Die meisten Beiträge behaupten, Dänemark habe das Lied ausgewählt. Ein Instagram-Post geht noch weiter und schreibt: „Denmark just humiliated Marco Rubio at the United Nations!“
Diese Darstellungen stimmen jedoch nicht.
Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass dänische Vertreter oder Medien die Musik vor der Veranstaltung am 22. September ausgesucht haben.
Die Unterzeichnung besiegelte ein neues Sicherheitsabkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland. Zuvor hatte es monatelange Spannungen wegen des Vorstoßes des US-Präsidenten gegeben, die Kontrolle über das selbstverwaltete dänische Gebiet zu übernehmen.
Das Faktencheck-Team von Euronews, The Cube, fragte im dänischen Außenministerium nach. Die Behörde erklärte, Dänemark sei an der Musikauswahl während der Zeremonie nicht beteiligt gewesen.
Dennoch gehörte „Send in the Clowns“ tatsächlich zu den Stücken, die vor Beginn der Veranstaltung liefen, als US-Außenminister Marco Rubio bereits im Saal war.
Das Lied stammt aus dem Musical „A Little Night Music“ von 1973 und wurde von Stephen Sondheim geschrieben. Gesungen wird es von Judy Collins.
Eine Wiederholung auf UN TV zeigt, dass das Stück wenige Augenblicke vor Trumps Eintreffen im Saal lief, als er zur Unterzeichnung des Abkommens mit Frederiksen und Nielsen erschien.
Die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
US-Dänemark-Grönland-Abkommen
Nach zehn Monaten Verhandlungen steht nun das Abkommen. Es soll eine diplomatische Blockade beenden, ausgelöst durch Trumps wiederholte Forderung, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, und seine Ankündigung, militärische Gewalt dabei nicht auszuschließen.
Die USA dürfen ihre Militärpräsenz auf Grönland nun ausbauen. Vorgesehen sind die Modernisierung und Erweiterung der bisherigen Pituffik Space Base sowie neue Verteidigungsbereiche, unter anderem in Narsarsuaq und Mestersvig.
Das Abkommen gewährt den USA außerdem „freien Zugang zu und freie Bewegung zwischen“ den Verteidigungsgebieten in Grönland, „einschließlich der Territorialgewässer, zu Land, zu Luft und zur See“, heißt es in dem Vertrag, den das dänische Außenministerium online veröffentlichte.
US-Flugzeuge dürfen demnach jeden Teil der Insel überfliegen und dort landen.
Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges betrieben die USA 17 Militärstützpunkte auf Grönland und stationierten dort mehr als 10.000 Soldaten.
Heute betreiben sie nur noch eine Basis auf der Insel, die Pituffik Space Base, den nördlichsten Stützpunkt des US-Verteidigungsministeriums.
Nach Angaben der US Space Force dient Pituffik der Raketenfrühwarnung, der Raketenabwehr und der Überwachung des Weltraums.
Mette Frederiksen erklärte in einer Mitteilung, das Abkommen „stärkt unsere gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik“. Jens-Frederik Nielsen nannte es „von Vorteil für uns alle“.
Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßte die Vereinbarung.
Auf X schrieb er, das Abkommen verbessere die gemeinsame Sicherheit der NATO-Staaten und trage zu einer sichereren und stabileren Zukunft für alle bei.
Grönland ist ein selbstverwaltetes Gebiet im Königreich Dänemark. Die Insel liegt zwischen der Arktis und Nordamerika und gilt für die USA als strategisch wichtig.