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Usbekistan setzt auf Steuererleichterungen und neue Regeln für Tech-Drehscheibe Zentralasiens

ICTWEEK: Ausstellung zu Enterprise Uzbekistan
Ausstellung zu „Enterprise Uzbekistan“ auf der ICTWEEK -  Copyright  Euronews
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Von Dilbar Primova
Zuerst veröffentlicht am
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Ein neues Geschäftsmodell soll ausländischen Firmen erlauben, innovative Produkte zu erproben, internationale Fachkräfte zu gewinnen und in der Region zu wachsen. Investoren wittern Chancen, Behörden feilen an Regeln vor dem Start Anfang 2027.

Usbekistan will internationalen Technologieunternehmen Steuerbefreiungen auf bestimmte Anlageerträge und besondere Regeln für Tests neuer Produkte anbieten. Das Land will Taschkent so zu einem Ausgangspunkt für Expansion in ganz Zentralasien machen.

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Im August hat das Land ein Gesetz verabschiedet, das Enterprise Uzbekistan schafft, ein besonderes Geschäftsregime für Technologieunternehmen und Investoren. Es soll Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen.

Steuervorteile, internationales Fachpersonal und Produkttests

Nach dem neuen Regime werden Anleger von Steuern auf Dividenden und andere Erträge befreit, die sie mit Investitionen innerhalb dieses Sonderrahmens erzielen.

Unternehmen zahlen zudem keine Körperschaftsteuer auf Gewinne aus prioritären Tätigkeiten im Rahmen von Enterprise Uzbekistan. Umsätze im Zentrum und Ausfuhren seiner Teilnehmer werden mit null Prozent Mehrwertsteuer abgerechnet.

„Das bedeutet viel, vor allem aber bedeutet es hundertprozentiges ausländisches Eigentum“, sagte Sultonmurod Rasulov, Leiter für strategische Partnerschaften bei Enterprise Uzbekistan, den Teilnehmern des Enterprise Uzbekistan Summit während der ICT Week in Taschkent.

„Sie können Anlageinstrumente nutzen, die Ihre internationalen Investoren bereits kennen. Sie können weltweit einstellen, nach internationalen Beschäftigungsstandards.“

Komplettes ausländisches Eigentum ist in Usbekistan bereits erlaubt. Enterprise Uzbekistan wird zudem ausländische Unternehmen, Niederlassungen und Repräsentanzen aufnehmen.

Enterprise Uzbekistan Summit
Enterprise Uzbekistan Summit Ministry of Digital Technologies of the Republic of Uzbekistan

Ausländische Fachkräfte, die die Kriterien für hochqualifizierte Beschäftigte erfüllen, werden außerdem von der Einkommensteuer auf entsprechende Gehälter und Dividenden befreit.

Mitarbeiter aus dem Ausland, die bei teilnehmenden Unternehmen arbeiten, können zudem Visa mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren erhalten, ohne eine gesonderte Arbeitserlaubnis zu brauchen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist eine „regulatory sandbox“, also ein geschützter Testraum für Regeln. Unternehmen können dort neue Technologien erproben, in der Regel bis zu zwölf Monate lang, unter speziell angepassten Vorschriften. Diese können vorübergehende Ausnahmen von bestimmten Anforderungen und vereinfachte Genehmigungsverfahren beinhalten.

„Und wenn Sie etwas entwickeln, für das die bestehenden Regeln nicht gedacht sind, erlaubt Ihnen die regulatory sandbox, es zunächst zu testen“, erläuterte Rasulov.

Für Entwickler von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz oder neuen Finanzdienstleistungen kann das eine Alternative dazu bieten, sich durch Regelwerke zu kämpfen, die entstanden sind, bevor es ihre Produkte überhaupt gab.

Internationale Investoren anziehen

Internationale Wagniskapitalfonds sind bereits in Usbekistan aktiv. Sie finanzieren lokale Start-ups und suchen nach Chancen im wachsenden Technologiesektor des Landes.

Golden Gate Ventures hat im Juni gemeinsam mit der Uzbek-Oman Investment Company ein Büro in Taschkent eröffnet. Die Gesellschaft will ihre Investitionstätigkeit in Usbekistan ausbauen und Technologieunternehmen dabei unterstützen, zwischen Zentralasien und dem Nahen Osten zu expandieren.

Michael Lints, Founding Partner MENA bei Golden Gate Ventures, ist der Ansicht, dass das neue Regime weitere internationale Investoren dazu bewegen könnte, im Land aktiv zu werden.

„Ich denke, es hilft dabei, ausländische Investoren dazu zu bringen, ihre Fonds in Usbekistan aufzulegen“, sagte er Euronews. „Es wird auch bei grenzüberschreitenden Transaktionen helfen.“

„So bekommen wir mehr Investoren und mehr Gründer, die kommen und hier starten“, fügte er hinzu.

Von Usbekistan in die Region

Bahodir Ayupov, Vizepräsident für globale Geschäftsentwicklung bei Enterprise Uzbekistan, sagte, internationale Technologieunternehmen könnten sich durch ihre mangelnde Vertrautheit mit dem usbekischen Rechtssystem abschrecken lassen.

Für Ayupov wäre ein Zeichen des Erfolgs, wenn Unternehmen Enterprise Uzbekistan „als integralen Bestandteil ihrer Expansionspläne“ sehen, nicht nur als Tür zum usbekischen Markt.

Langfristig wünscht er sich, „dass große Tech-Unternehmen über Usbekistan in diese Region kommen“ und das Zentrum als Basis nutzen, um in andere zentralasiatische Märkte zu expandieren.

Erster Praxistest ab 2027

Auch wenn der rechtliche Rahmen bereits beschlossen ist, werden viele Detailvorschriften für Enterprise Uzbekistan noch ausgearbeitet.

Vertreter der Behörden laden Technologieunternehmen und Investoren ein, an der Ausgestaltung dieser Regeln mitzuwirken, bevor das neue Regime den Betrieb aufnimmt.

Farhod Ibragimov, Geschäftsführer von Enterprise Uzbekistan, nannte die Stabilität des Regelwerks als eines der Hauptanliegen internationaler Investoren, wenn sie einen neuen Markt prüfen.

„Die erste Frage lautet: Wie lange bleiben diese Anreize bestehen? Wird es sie in den nächsten zehn Jahren noch geben?“

Farhod Ibragimov, Geschäftsführer von Enterprise Uzbekistan
Farhod Ibragimov, Geschäftsführer von Enterprise Uzbekistan Ministry of Digital Technologies of the Republic of Uzbekistan

Das neue Regime ist darauf ausgelegt, bis zum Jahr 2100 in Kraft zu bleiben und damit einen langfristigen Rahmen für Investitionsentscheidungen zu schaffen.

Mark Beer, Vorsitzender des Metis Institute, sagte, Unternehmen zum Start zu gewinnen sei nur der Anfang. Die langfristige Herausforderung bestehe darin, das Vertrauen der Investoren zu halten und im Wettbewerb mit anderen internationalen Geschäftsstandorten zu bestehen.

„Die eigentliche Bewährungsprobe für jedes Umfeld kommt in etwa zehn Jahren, denn Vertrauen braucht zehn Jahre, um zu entstehen“, sagte er.

Beer plädierte dafür, dass das Zentrum seine Entwicklung im Vergleich zu konkurrierenden Standorten regelmäßig überprüft und seine Regeln anpasst, falls das Wachstum ins Stocken gerät. „Am Regime nachjustieren und wieder beobachten.“

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