Die 42-jährige deutsche Staatsanwältin Sibel T. ist im Urlaub mit ihrem Ehemann nach Tagen mit Übelkeit und Erbrechen im Krankenhaus gestorben. Türkische Behörden werten den Tod als verdächtig und haben Ermittlungen eingeleitet.
Eine 42-jährige deutsche Staatsanwältin aus Hamburg ist während eines Urlaubs in der Türkei gestorben. Zuvor hatte Sibel T. mehrere Tage lang unter starker Übelkeit und anhaltendem Erbrechen gelitten. Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung in ein Krankenhaus.
Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Demirören (DHA) hatte sich die 42-Jährige bereits seit rund vier Tagen wiederholt übergeben müssen. Zudem sei sie wegen chronischen Bluthochdrucks in Behandlung gewesen.
Sibel T. verbrachte ihren Urlaub gemeinsam mit ihrem Ehemann. In den frühen Morgenstunden des 13. September suchte sie gegen 2:43 Uhr ein Krankenhaus auf. Als sich ihr Zustand rapide verschlechterte, wurde sie auf die Intensivstation verlegt. Trotz medizinischer Bemühungen starb die Staatsanwältin rund zwei Stunden später gegen 4:50 Uhr.
Die türkischen Behörden stufen den plötzlichen Tod der Frau nun als verdächtig ein und haben Ermittlungen eingeleitet. Die genaue Todesursache ist bislang unklar. Ob ihre Vorerkrankung eine Rolle spielte, ist ebenfalls nicht bekannt. Eine offizielle Stellungnahme dazu liegt bisher nicht vor.
Nach der Obduktion im Institut für Rechtsmedizin wurde der Leichnam der 42-Jährigen ihrer Familie übergeben. Sibel T. wurde im türkischen Silivri beigesetzt.
Tod der Familie Böcek erneut im Fokus
Der Tod der deutschen Staatsanwältin weckt Erinnerungen an den Fall der Familie Böcek, die im November 2025 während eines Urlaubs in Istanbul an einer Vergiftung starb.
Kurz nach ihrer Ankunft in Istanbul erkrankten die vier Familienmitglieder. Sie litten unter starker Übelkeit und Erbrechen. Ihr Zustand verschlechterte sich zunehmend. Schließlich starben beide Kinder sowie die Eltern.
Zunächst gingen die Ermittler von einer Lebensmittelvergiftung aus. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Familie durch das hochgiftige Aluminiumphosphid ums Leben gekommen war. Das Pestizid war zuvor zur Schädlingsbekämpfung in ihrem Hotel eingesetzt worden.
Im Juni 2026 verurteilte ein Gericht den Hotelbetreiber, die Eigentümer der Schädlingsbekämpfungsfirma sowie einen Mitarbeiter wegen „Tötung durch bewusste Fahrlässigkeit“ zu Haftstrafen.