In diesem Jahr erhalten vier von 200 Nominierten aus 72 Ländern die Auszeichnung am 1. Dezember in Stockholm: Frauen und von Frauen geführte Organisationen.
Der offizielle Name des alternativen Nobelpreises lautet "Right Livelihood Award". In diesem Jahr zeichnet die Jury Frauen und von Frauen geführte Organisationen aus, die – wie es in der Begründung heißt – "den weltweit tief verwurzelten Machtstrukturen entgegentreten: autoritärer Herrschaft, patriarchaler Gewalt und einer unkontrollierten Entwicklung künstlicher Intelligenz." Sie alle stellen sich gegen Systeme, die Menschen an den Rand drängen.
In diesem Jahr wurden 200 Kandidatinnen und Kandidaten aus 72 Ländern vorgeschlagen, vier von ihnen werden die Auszeichnung am 1. Dezember in Stockholm entgegennehmen.
Anwältin Jalila Haider aus Pakistan
Zu den Preisträgerinnen gehört Jalila Haider, pakistanische Menschenrechtsanwältin.
"Weil sie als erste weibliche Rechtsanwältin ihrer Hazara-Gemeinschaft erfolgreich gegen ethnische, staatliche und patriarchale Verfolgung vorgeht – geleitet von der Überzeugung, dass kein Mensch illegal ist", lautet die Begründung der Jury. Sie hat sich ethnischer, staatlicher und patriarchaler Verfolgung entgegengestellt.
"Rural Women’s Assembly" aus Afrika
Die afrikanische Organisation „Rural Women’s Assembly“ erhält den Preis, weil sie Frauen in ländlichen Gemeinden im südlichen Afrika zu einer starken Einheit zusammengeschlossen hat. So können sie ihr Land, ihr Saatgut und das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper gegen den Druck wirtschaftlicher Akteure und gegen patriarchale Ausbeutung verteidigen.
"Georgian Young Lawyers’ Association" aus Georgien
Zu den Ausgezeichneten zählt auch die „Georgian Young Lawyers’ Association“. Die Jury würdigt den Einsatz der jungen Anwältinnen und Anwälte für den Aufbau und den Schutz der georgischen Demokratie und für eine zivile Regierungsführung – trotz politischer Repression.
Informatikerin Timnit Gebru aus Eritrea, die in den USA lebt
Zu den Geehrten gehört außerdem die eritreische Informatikerin Timnit Gebru. Laut Jury stellt sie sich dem Machtkampf um künstliche Intelligenz entgegen und spielt eine Pionierrolle bei der Entwicklung digitaler Technologien, die sich an Gerechtigkeit, realen Lebenserfahrungen und den Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit orientieren.
**Der Geschäftsführer von Right Livelihood, Ole von Uexküll, erklärt: "**Systeme, die dafür gemacht sind, nur wenigen zu dienen, haben keine Zukunft. Dieses Jahr ehren wir Frauen, die nicht auf die Erlaubnis warten zu handeln. Sie schreiben die Regeln neu, von denen Autokraten, Patriarchen und die mächtigsten Männer des Silicon Valley dachten, sie allein bestimmen zu können.“
Den Preis „Right Livelihood“ hat der deutsch-schwedische Autor und Philatelist Jakob Johann von Uexküll 1980 ins Leben gerufen. Er soll Menschen würdigen, die praktische Lösungen für die drängendsten Probleme der Erde und der Menschheit entwickeln.
Mit dem Preis ist eine langfristige Unterstützung verbunden. Sie soll den Ausgezeichneten helfen, ihre Arbeit bekannter zu machen und auszuweiten.