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Zwei Deutsche erhalten den Medizin-Nobelpreis 2026

ARCHIV: Nahaufnahme einer Nobelpreismedaille im National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland, am achten Dezember 2020.
ARCHIV: Nahaufnahme einer Nobelpreismedaille in den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland, am 8. Dezember 2020. -  Copyright  AP Photo/Jacquelyn Martin, File
Copyright AP Photo/Jacquelyn Martin, File
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten den Medizinnobelpreis 2026 für ihre Forschung zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und Optogenetik, die neue Möglichkeiten der Kartierung des Gehirns eröffnet.

Der Nobelpreis für Medizin 2026 oder Physiologie ist an den US-Amerianer Karl Deisseroth und die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel „für ihre Entdeckungen im Bereich lichtgesteuerter Ionenkanäle und der Optogenetik“ verliehen worden. Mithilfe der Optogenetik lassen sich Nervenzellen durch Licht steuern. Nach Ansicht des Nobelkomitees haben die drei Wissenschaftler eine neue Ära der neurologischen Medizin begründet.

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Das hat das Karolinska-Institut in Stockholm in Schweden an diesem Montag mitgeteilt, es ist der erste Nobelpreis dieser Saison. In der Optogenetik werden Optik und Genetik zur nicht-invasiven Anregung einzelner Neurone kombiniert. Mit ihr werde gezeigt, „wie Nervenzellen im Gehirn Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen formen“, erklärte das Nobelkomitee.

Neue Ära der neurologischen Forschung

Der 72-jährige Biophysiker Peter Hegemann forscht an der Humboldt-Universität in Berlin, der 73-jährige Georg Nagel an der Universität Würzburg. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer Familie von Ionenkanälen können auch Menschen helfen, die an Parkinson erkrankt sind. Ihnen ist es gelungen, Nervenzellen mithilfe von Channelrhodopsin gezielt mit Licht zu aktivieren, als eine Art "Lichtschalter" einzusetzen.

Der 54-jährige US-Amerikaner Karl Deisseroth hat die Arbeit der beiden Deutschen fortgeführt.

Auf seiner Internet-Seite heißt es zu Karl Deisseroth, der an der Uni Stanford arbeitet: "Geleitet von seiner Liebe zur Schönheit der kleinen Dinge in der Natur und dem Wunsch, zu verstehen, wie sich große Muster herausbilden, hat Deisseroth neue physikalische Rahmenkonzepte entwickelt, um die Geheimnisse der Gehirnfunktion sowohl bei gesunden Menschen als auch bei neuropsychiatrischen Erkrankungen zu entschlüsseln." Seine Forschungen konzentrieren sich auf "Gedanken, Emotionen und Bewusstsein". Als Studentwollte er zunächst, Literatur studieren, wurde dann aber von der Chemie und der Strukturbiologie der Proteine in den Bann gezogen.

Nobelpreis 2025 für Forschungen zur Immuntoleranz

Im vergangenen Jahr teilten sich zwei in den USA arbeitende Forschende, Mary E. Brunkow und Fred Ramsdell, sowie ihr japanischer Kollege Shimon Sakaguchi die Auszeichnung. Sie wurden für ihre Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz geehrt.

Die drei erhielten den Preis für „ihre bahnbrechenden Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz, die das Immunsystem daran hindert, den eigenen Körper anzugreifen“, wie das Institut mitteilte. Fachleute bezeichneten die Ergebnisse als entscheidend für das Verständnis von Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, rheumatoider Arthritis und Lupus.

Die Auszeichnung wurde zwischen 1901 und 2025 insgesamt 116-mal an 232 Preisträgerinnen und Preisträger vergeben.

Auf den Medizinnobelpreis am Montag folgen am Dienstag die Physik, am Mittwoch Chemie und am Donnerstag Literatur.

Nach der Verleihung des Friedensnobelpreises am Freitag wird am 12. Oktober der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften bekannt gegeben.

Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr zwölf Millionen Schwedische Kronen, umgerechnet rund eine Million Euro, unabhängig davon, ob eine einzelne Person, eine kleine Gruppe von Preisträgern oder eine Organisation ausgezeichnet wird.

Die feierliche Verleihung findet am 10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel, eines wohlhabenden schwedischen Industriellen und Erfinders des Dynamits, der die Preise ins Leben rief. Er starb 1896.

Weitere Quellen • AP

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