In der gesamten EU starteten im August 2026 mehr Linienflüge als im Vorjahr. In einigen Mitgliedstaaten geht das Flugaufkommen aber zurück.
Mehr als zwei Millionen Linien- und Charterflüge hat es nach Angaben von Eurostat zwischen Juni und August 2026 den EU-Luftraum gegeben, obwohl die Kerosinpreise in Europa zuletzt immer weiter gestiegen sind.
Im August wurden 708.980 Flüge in der EU registriert. Das sind 2,3 Prozent mehr als im August 2025 und 5,7 Prozent mehr als im August 2024.
Der Juli war mit 709.931 Flügen noch etwas stärker ausgelastet, im Juni waren es 662.480.
Alle drei Sommermonate 2026 lagen über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im Juni stieg die Zahl der Flüge im Jahresvergleich um 2,1 Prozent , im Juli um 2,8 Prozent , so Eurostat.
Ungleiches Wachstum in der EU
Der Zuwachs im August fiel jedoch nicht in allen Mitgliedstaaten gleich aus.
In 19 EU-Ländern starteten und landeten mehr Liniznflüge als ein Jahr zuvor, in acht Ländern ging die Zahl zurück.
Die Slowakei verzeichnete mit 37 Prozent den größten jährlichen Zuwachs, gefolgt von Malta mit 12,4 Prozent und Estland mit 8,3 Prozent .
In absoluten Zahlen legte Spanien am stärksten zu: 9 600 Flüge mehr als im August 2025. Italien kam auf 8 128 zusätzliche Flüge. Die 37 Prozent Zuwachs in der Slowakei bedeuten 1 325 weitere Verbindungen.
Den deutlichsten Rückgang meldete Österreich mit minus 4,7 Prozent . In Zypern sank die Zahl der Flüge um 3 Prozent , in Deutschland um 2,4 Prozent.
Kerosinpreise ziehen an
Der Anstieg fällt in ein kostspieliges Jahr für die Fluggesellschaften. EUROCONTROL, die paneuropäische Organisation zur Steuerung und Koordinierung des Luftverkehrs, berichtet, dass die Kerosinpreise in Europa im August nach einem Rückgang im Frühjahr wieder gestiegen sind.
In einer Prognose vom Juni erwartete der internationale Luftfahrtverband IATA, dass der gemeinsame Nettogewinn der europäischen Airlines von geschätzten 13 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) im Jahr 2025 auf 9,6 Milliarden Dollar im Jahr 2026 sinken wird. Als Hauptgrund nannte der Verband die Treibstoffkosten.
EUROCONTROL bezifferte den durchschnittlichen Kerosinpreis in Europa im August auf 3,86 Dollar pro Gallone, 71 Prozent mehr als vor dem Iran-Krieg. Der erneute Anstieg geht demnach auf geopolitische Spannungen und Druck auf die Treibstoffversorgung zurück.
IATA schätzt, dass europäische Fluggesellschaften rund 70 Prozent ihres Kerosinbedarfs vor der aktuellen Krise über Absicherungsgeschäfte gedeckt haben. Der Verband warnt jedoch, dass die höheren Kosten nach und nach durchschlagen dürften, da Europa wegen seiner Abhängigkeit von Importen aus dem Golf besonders stark unter dem Preisdruck beim Treibstoff leidet.