Loader
Finden Sie uns
Werbung

Trump verkündet Energieinvestitionen Südkoreas in Höhe von 200 Milliarden Dollar

Archivbild: Präsident Donald Trump spricht bei einer Veranstaltung zum Hispanic Heritage Month im East Room des Weißen Hauses in Washington, Mittwoch, 30. Sept. 2026.
Archivbild: Präsident Donald Trump spricht bei einer Veranstaltung zum Hispanic Heritage Month im East Room des Weißen Hauses in Washington, am 30. September 2026. -  Copyright  AP Photo/Alex Brandon
Copyright AP Photo/Alex Brandon
Von Doloresz Katanich mit AFP
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

US-Präsident Donald Trump kündigt am Mittwoch 200 Milliarden Dollar südkoreanischer Investitionen in US-Energie an, davon 54 Milliarden für ein LNG-Projekt in Alaska, dem Seoul nach eigenen Angaben noch nicht zugestimmt hat.

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch Pläne für südkoreanische Investitionen von insgesamt 200 Milliarden Dollar (176 Milliarden Euro) in US-Energieprojekte vorgestellt. Dazu zählt ein seit Langem geplantes Flüssigerdgas-Projekt (LNG) in Alaska im Umfang von 54 Milliarden Dollar (47,6 Milliarden Euro), an dem Seoul nach eigenen Angaben bislang noch keine Beteiligung zugesagt hat.

WERBUNG
WERBUNG

Südkorea hatte zuvor bereits zugesagt, 350 Milliarden Dollar (308 Milliarden Euro) in den Vereinigten Staaten zu investieren und die Käufe von US-Energie zu erhöhen. Grundlage ist ein Handelsabkommen mit Trump vom Juli 2025, das Einfuhrzölle von 15 Prozent auf Waren aus dem ostasiatischen Land festlegt.

Neben dem Alaska-LNG-Projekt samt Pipeline kündigte die Trump-Regierung auch ein erdgasbetriebenes Kraftwerk in Texas mit einem Volumen von 22,3 Milliarden Dollar (19,6 Milliarden Euro) an, das von Südkorea unterstützt werden soll.

„Die Vereinigten Staaten und Korea haben vereinbart, gemeinsam mit der Arbeit an dem 50-Milliarden-Dollar-Projekt ALASKA LNG zu beginnen“, schrieb Trump am Donnerstag nach Seoul-Zeit auf seinem Account bei Truth Social.

„Ein gewaltiges Erdgas-Kraftwerksprojekt über 22 Milliarden Dollar mit einer Leistung von 6,4 Gigawatt in Encinal, Texas. Das wird Texas enorme neue, verlässliche Stromkapazität bringen“, fügte er hinzu.

Die Anlage in Texas soll eine Leistung von 6.472 Megawatt erreichen und Rechenzentren mit Strom versorgen, die ebenfalls in Encinal angesiedelt sind, teilte das US-Handelsministerium mit. Sie soll bis 2032 vollständig in Betrieb sein.

Seoul bestätigte am Donnerstag, beide Seiten wollten „ein Erdgas-Kraftwerk im Umfang von 22,3 Milliarden Dollar in Texas vorantreiben“, das ausschließlich „der Stromversorgung von angrenzenden Rechenzentren“ dienen soll.

Seoul stellt Bedingungen für Investitionen

Zum Alaska-LNG-Projekt erklärte Präsident Lee Jae Myung ebenfalls am Donnerstag, Seoul werde sich daran beteiligen, sobald sich das Vorhaben wirtschaftlich rechne und alle rechtlichen Verfahren in Südkorea eingehalten würden.

„Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob wir in das Projekt investieren und in welcher Größenordnung eine mögliche Beteiligung erfolgen könnte“, teilte das südkoreanische Handelsministerium mit.

Lee hatte bereits im vergangenen Monat erklärt, die Verhandlungen über die Projekte seien „sehr komplex und schwierig“ gewesen. Einige Bedingungen habe er als „schwer akzeptierbar“ empfunden, nähere Details nannte er nicht.

Über die Vorhaben in Alaska und Texas hinaus kündigte Trump an, beide Länder wollten ein Nuklearprogramm im Umfang von 120 Milliarden Dollar (105,7 Milliarden Euro) vorantreiben, um acht große Reaktoren in den USA zu bauen.

Darin enthalten sind nach Angaben des US-Handelsministeriums 100 Milliarden Dollar (88,1 Milliarden Euro) für Baukosten sowie 20 Milliarden Dollar (17,6 Milliarden Euro) als Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben.

Lee betonte am Donnerstag jedoch, auch das Atomprojekt hänge von der „wirtschaftlichen Tragfähigkeit“ jedes einzelnen Reaktors ab.

Die Vorhaben in den Vereinigten Staaten würden „so umgesetzt, dass sie dem nationalen Interesse dienen“, erklärte das Handelsministerium in Seoul.

Alaska-Pipeline und Probleme beim Fachkräftebedarf

Das Alaska-Projekt, das vom in New York und Houston ansässigen Entwickler Glenfarne Group vorangetrieben wird, sieht eine 800 Meilen (1.300 Kilometer) lange Pipeline vor. Sie soll Gas von der North Slope Alaskas zu einer Verflüssigungsanlage nahe Anchorage transportieren, von wo aus es nach Asien exportiert wird.

Alaska fördert seit Jahrzehnten Öl, doch Umweltbedenken haben die Entwicklung neuer Projekte immer wieder begrenzt.

Die Trump-Regierung hat viele dieser Einwände weitgehend ignoriert und Vorschriften zur Senkung der Treibhausgasemissionen gestrichen, die den Klimawandel antreiben.

Der von Trump angestrebte Ausbau der US-Energieinfrastruktur steht nach Einschätzung von Fachleuten jedoch vor einem möglichen Arbeitskräftemangel.

Die Vereinigten Staaten müssten demnach bis 2035 jedes Jahr rund 1,7 Millionen offene Stellen in handwerklichen und technischen Berufen besetzen, heißt es in einem Bericht, den die „Alliance for America’s Skilled Trades“ am Mittwoch veröffentlichte. In dem Bündnis sind Konzerne wie Ford, Blackstone, Nvidia und weitere Großunternehmen vertreten.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die bestehenden Ausbildungsprogramme derzeit nur 55 Fachkräfte hervorbringen, wo 100 benötigt würden.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Frankreich: Rendite auf Staatsanleihen steigt auf höchsten Stand seit 2002

Frankreichs Regierung stellt Haushalt vor trotz Rekordschulden

Britisches Wachstum auf ein halbes Prozent angehoben: Was steckt hinter den Zahlen