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KI-Rechenzentren im All? Google startet ersten Test

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Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Der Technologiekonzern hat einen Prototyp-Satelliten mit eigenen KI-Chips ins All geschickt. Er soll zeigen, ob solare Infrastruktur dort künftig Großrechner unterstützen kann.

Google hat einen Prototypen eines Satelliten mit eigenen KI-Chips in die Erdumlaufbahn geschickt. Der Start bildet die erste Phase eines Projekts, das klären soll, ob der Weltraum ein geeigneter Standort für groß angelegte KI-Infrastruktur ist.

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Der Satellit stammt vom Unternehmen Planet Labs und flog auf der Mitflugmission Transporter-18 von SpaceX ins All. An Bord befinden sich Googles Tensor Processing Units (TPUs). Das Team untersucht, wie die Chips im Weltraum arbeiten und mit den Belastungen durch Flug, Strahlung und extreme Temperaturen zurechtkommen.

Hinter der Initiative, passend "Project Suncatcher“ genannt, steht die Idee, Satelliten in einen niedrigen Erdorbit zu bringen. Dort haben sie nahezu ständig Sonne und können so bis zu achtmal mehr Solarenergie einfangen als auf der Erde.

Google will herausfinden, ob große Infrastruktur für maschinelles Lernen im All überlebt und von dem reichlich vorhandenen Sonnenstrom profitieren kann.

Der Energiebedarf von Rechenzentren steigt rasant, nicht zuletzt wegen des Booms bei KI-Anwendungen. Weltweit verbrauchten Rechenzentren im vergangenen Jahr schätzungsweise 415 bis 485 Terawattstunden (TWh).

Das entspricht nach Angaben der Europäischen Kommission rund 1,5 bis 2,5 Prozent der globalen Stromerzeugung. Bis 2030 dürfte sich dieser Anteil verdoppeln.

Viele neue Rechenzentrumsprojekte stoßen weltweit auf wachsenden Widerstand. Kritiker fürchten steigende Strompreise. Anlagen weit weg von der Öffentlichkeit im Weltraum zu bauen, wirkt deshalb als verlockende Perspektive.

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das KI ins All bringen will. Das von Nvidia unterstützte Start-up Starcloud trainierte im vergangenen Dezember erstmals ein KI-Modell direkt aus dem Weltraum.

Im Juni stellte Elon Musk den SpaceX-Satelliten AI1 vor, auch "Starmind“ genannt. Die neue Satellitenklasse ist als fliegender GPU-Cluster konzipiert, nicht als klassischer Kommunikationssatellit.

Im September gab Mistral eine Partnerschaft mit Marlan Space und Loft Orbital bekannt. Gemeinsam wollen sie KI-Infrastruktur im Orbit entwickeln, der erste Satellitenstart ist für Oktober vorgesehen.

Was testet Google?

Der jüngste Start markiert die erste Testphase mit einem etwa zehnminütigen Aufstieg in einen niedrigen Erdorbit. Das Raumfahrzeug musste starke Vibrationen und eine anhaltende Beschleunigung bis zum Zehnfachen der Erdanziehungskraft verkraften. Die TPU-Chips an Bord waren kurzzeitig Stößen von 50 bis 100g ausgesetzt.

Zur Vorbereitung auf diese Bedingungen führte das Suncatcher-Team Vibrationstests am Satelliten durch, um einen Raketenstart nachzuahmen. Raumfahrzeug und TPU-Chips bestanden die Prüfungen.

Nun, da die TPU-Chips sicher im Orbit sind, beginnt die nächste Phase des Experiments. Das Team beobachtet, wie sie mit der erhöhten Strahlung außerhalb der Erdatmosphäre umgehen und welche Auswirkungen Sonnenstürme und kosmische Strahlen haben, die elektronische Systeme stören können.

Rechenzentren benötigen bekanntermaßen enorme Mengen an Energie und Wasser. Im luftleeren Raum stellt sich die Kühlung jedoch ganz anders dar. Die Mission bietet der Forschungsgruppe die Chance, mehrere Lösungen zu testen, darunter eine Kombination aus Wärmerohren und Radiatoren, um die Chips zu kühlen.

In späteren Suncatcher-Missionen sollen Satelliten mit Dutzenden TPU-Chips erprobt werden. Ziel ist, statt niedriger Bandbreite über große Entfernungen eine hohe Bandbreite über extrem kurze Distanzen zu erreichen, um die Verbindung stabil zu halten.

Die grundlegende Technologie existiert im All bereits. Google will jedoch ausloten, wie sich hochbandige Verbindungen über kurze Strecken präziser aufrechterhalten lassen. Weitere Satellitenstarts sind dafür im kommenden Jahr geplant.

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