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Inszenierung aufgeflogen: Professor verleiht sich selbst Pseudo-Nobelpreis

ARCHIVE : Die Nobelmedaille
ARCHIV: Die Nobelmedaille Copyright  Anonymous/AP2006
Copyright Anonymous/AP2006
Von Jean-Philippe Liabot
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Besançon: Forscher soll Philologie-Preis erfunden haben, um sich selbst auszuzeichnen. Die Inszenierung fliegt auf, die Universität schließt ihn aus.

Es ist die Geschichte eines Sprachwissenschaftlers aus Frankreich, der seine Größenfantasien mit der Wirklichkeit verwechselt hat. Zwischen übersteigertem Ego und digitaler Inszenierung erzählt sie von einem akademischen Schwindel, der für ihn nun vor Gericht endet.

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Florent Montaclair, 56 Jahre alt, steht derzeit im Fokus einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft Montbéliard (Departement Doubs). Sie prüft mehrere mutmaßliche Straftaten, darunter Fälschung, Gebrauch gefälschter Dokumente, Betrug und Titelerschleichung.

Die Ermittlungen erfassen zudem auch Teile seines akademischen Werdegangs. Im Zentrum steht ein angeblicher Doktortitel einer US-Universität, bei der inzwischen selbst deren Existenz infrage steht.

Florent Montaclair bei einer TEDxBelfort-Konferenz 2017
Florent Montaclair bei einer TEDxBelfort-Konferenz 2017 © TEDx YouTube

Sorgfältig inszenierter Täuschungsplan

Um sein akademisches Renommee zu stärken, soll Montaclair in den vergangenen Jahren eine rein fiktive Organisation gegründet haben. Deren Name klang nach internationaler Anerkennung und wissenschaftlichem Prestige.

Diese Organisation vergab unter anderem auch den _„_Nobelpreis für Philologie“, einer der Gewinner war Professor Montaclair selbst. Er erhielt also eine Auszeichnung, die er selbst mit erfunden und überhaupt erst geschaffen hatte.

Mit dieser angeblich „internationalen“ Auszeichnung in der Hand baute er seinen Lebenslauf weiter auf. Der Preis tauchte im Lebenslauf und in beruflichen Präsentationen auf und zeichnete das Bild eines Forschers von höchstem Rang.

Die „Ehrung“ wurde so zum Hebel seiner Glaubwürdigkeit, steigerte seine Sichtbarkeit, festigte seine Stellung in der Hochschulwelt und eröffnete ihm neue Karrierechancen.

Umso tiefer der Fall

Im digitalen Zeitalter mit ständiger Überprüfbarkeit ist Lügen jedoch riskant. Kollegen der Universität Marie & Louis Pasteur in der Franche-Comté sowie Journalisten wollten wissen, woher dieser rätselhafte Preis stammte, von dem in Fachkreisen an der Sorbonne oder in Oxford niemand je gehört hatte.

Die Recherchen legten rasch offen, dass es keinerlei juristische Struktur, keine reale Jury und keinen Fonds hinter dem Preis gab. Der „Nobelpreis für Philologie“ entpuppte sich als bloße Chimäre.

Die Folge: Der Dozent „nimmt daher innerhalb der Hochschule keine Aufgaben mehr wahr“, erklärte die stellvertretende Kommunikationschefin der Einrichtung. Dort hatte er mehr als zwanzig Jahre gearbeitet.

Parallel dazu hat das Bildungsministerium ein Verfahren gestartet, das die ihm vorgeworfenen Taten prüft. Auch dort drohen disziplinarische Schritte, bis hin zum vollständigen Entzug seines Professorentitels.

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