Jeremy Strong verkörpert Meta-Chef Mark Zuckerberg in „The Social Reckoning“, Stephen Kings „Carrie“ kommt ins Fernsehen, Tate Britain zeigt rebellische 90er-Kunst – das sind die Kulturhighlights der Woche.
Die dunkle Seite der sozialen Medien steht in dieser Woche im Mittelpunkt des wichtigsten Kinostarts: The Social Reckoning.
Der Film dramatisiert den Whistleblower-Skandal von 2021 und erzählt die Geschichte der früheren Facebook-Mitarbeiterin (heute Meta) Frances Haugen. Sie spielte interne Dokumente an die Öffentlichkeit, die zeigen, wie sehr der Konzern Gewinne über die Gesundheit der Nutzer stellt.
In einer Zeit, in der technologische Ängste unseren Alltag bestimmen, dürfte der Film wenig Trost spenden. Ein bisschen Seelenbalsam bietet dagegen ein Ausflug zurück in die 90er-Jahre in der Tate Britain in London. Das Museum zeigt eine nostalgisch-leichte Schau zur Kunst und Mode des Jahrzehnts in Großbritannien und untersucht, wie sie die rebellische Kultur prägten und von ihr geprägt wurden.
Ganz in diesem Geist veröffentlicht Pop-Rock-Ikone der 90er Sheryl Crow ein neues Album. Darin greift sie ihren klassischen Sound auf und richtet ihn als Aufruf gegen die Spaltung der Gegenwart.
Scrollen Sie weiter, um mehr über die Highlights dieser Woche zu erfahren.
Ausstellungen
Die 90er: Kunst und Mode
Wann: achter Oktober 2026 bis 14. Februar 2027
Wo: Tate Britain (London, Großbritannien)
Beanie Babies, Girlbands, pastellfarbene Trainingsanzüge – die 1990er standen für vieles. Vor allem aber stehen sie heute für eine Lebenswelt, die unwiederbringlich vergangen ist.
Es war das letzte Jahrzehnt, bevor Internet, soziale Medien und Smartphones alles veränderten. Die 90er trugen einen fast grenzenlosen Optimismus in sich. Das spiegelt sich in Kunst und Mode dieser Zeit. Die Bewegung der Young British Artists (YBAs) brachte rebellische neue Positionen von Damien Hirst oder Tracey Emin hervor. Designerinnen und Designer wie Vivienne Westwood und Alexander McQueen machten den Laufsteg zur Bühne für Subversion. Aus dieser Mischung entstand die spezifische Energie und Ästhetik des Jahrzehnts. Die Tate Britain zeichnet sie nach mit einer vielfältigen Auswahl ikonischer Fotografien, Gemälde, Kleidungsstücke und mehr – kuratiert von Edward Enninful OBE, dem früheren Chefredakteur der britischen Vogue. Mehr Informationen hier (Quelle auf Englisch).
Christoph Schlingensief: It’s not my problem anymore, deal with your own shit
Wann: neunter Oktober 2026 bis 17. Januar 2027
Wo: Gropius Bau (Berlin, Deutschland)
Ob satirischer Splatterfilm oder politische Performance: Das Werk des deutschen Künstlers Christoph Schlingensief gehört weiterhin zu den radikalsten der Gegenwartskunst. Er verband Regiearbeit im Theater, Film und Aktionskunst und schuf so Installationen, die die politischen und gesellschaftlichen Debatten ihrer Zeit frontal angingen. Viele davon wirken heute mindestens genauso aktuell. 16 Jahre nach seinem Tod widmet der Gropius Bau seinen Arbeiten aus den späten 1990er- und 2000er-Jahren eine große Schau. Zu sehen ist auch die beeindruckende Großinstallation „Kaprow City“, die 2006 für einen rotierenden, labyrinthartigen Raum entstand.
Bonus-Tipp: Ab dem neunten Oktober zeigt die Fondation Louis Vuitton in Paris mehr als 250 Werke aus der persönlichen Sammlung des französischen Malers Gustave Fayet. Mehr Informationen hier. (Quelle auf Englisch)
Filme
The Social Reckoning
Wo: Kinos
Wann: neunter Oktober
Vor 16 Jahren kam „The Social Network“ in die Kinos, der Film über die Gründung von Facebook durch Mark Zuckerberg und die anschließenden erbitterten Gerichtsprozesse. Seitdem hat der Zerfall der sozialen Medien immer weiter um sich gegriffen – mit Klagen, Sicherheitsbedenken und wachsendem Misstrauen gegenüber Tech-Milliardären, die heute enorme Macht und Einfluss besitzen. So düster das ist, liefert es reichlich Stoff für eine Fortsetzung, die Aaron Sorkin, Autor des ersten Films, nun vorlegt. In den Hauptrollen sind Mikey Madison („Anora“), Jeremy Strong („Succession“) und Jeremy Allen White („The Bear“) zu sehen. Der Film erzählt den Whistleblower-Skandal von 2021 nach, bei dem eine Facebook-Mitarbeiterin brisante Informationen an das „Wall Street Journal“ weitergab.
Bonus-Tipp: Andrew Garfield spielt die Hauptrolle in The Uprising, einem neuen, actionreichen Historienfilm über den Bauernaufstand von 1381. Der Film startet am neunten Oktober in britischen Kinos, weitere europäische Länder folgen gestaffelt.
Serien
Carrie
Wo: Prime Video
Wann: siebter Oktober
Der US-Regisseur Mike Flanagan gilt inzwischen als sichere Bank für zwei Genres: übernatürliche Serien und Stephen‑King-Verfilmungen. Nun bringt er beides zusammen und legt eine neue Adaption von Kings „Carrie“ vor – der Geschichte eines jungen, isolierten und gemobbten Mädchens (Summer H. Howell) mit telekinetischen Kräften. Anders als die Filme von 1976 und 2013 soll die Serie Kings Vorlage ausweiten, sie in die Gegenwart holen und die Figuren samt Carries übernatürlichen Fähigkeiten stärker ausarbeiten. Ideales Programm für die Gruselsaison.
Bonus-Tipp: Auf Netflix läuft inzwischen eine Serienadaption von John Steinbecks Roman „Jenseits von Eden“ aus dem Jahr 1952, mit Florence Pugh und Mike Faist in den Hauptrollen.
Musik
Sheryl Crow: Pick You Up
Wann: neunter Oktober
Wenn Sie einfach nur Spaß haben wollen, hat Sheryl Crow mit „Pick You Up“ das passende musikalische Aufputschmittel parat – ihrem 13. Studioalbum. Die Sängerin, bekannt für Americana-Hymnen wie „If It Makes You Happy“, knüpft an ihren warmen 90er-Rocksound an und beschwört neuen Optimismus in einer zunehmend nervösen Welt. Das Album enthält sieben neue Songs, die alle die Kraft gemeinschaftlicher Unterstützung in schwierigen Zeiten betonen.
Bonus-Tipps: Der schwedische Musiker Kristian Matsson, bekannt unter dem Bühnennamen The Tallest Man on Earth, veröffentlicht am neunten Oktober sein erstes neues Album seit drei Jahren: „Just Beyond Endless Mountain“.