In Lissabon treffen Skulpturen von Joana Vasconcelos auf die Kleider des renommierten italienischen Modedesigners Valentino – zwischen Alltag und Luxus der Haute Couture.
Das MAAT – Museum für Kunst, Architektur und Technologie in Lissabon zeigt noch bis zum 22. Februar 2027 die Ausstellung „VENUS – Valentino Garavani pelo olhar de Joana Vasconcelos“, die vom Kosmos des renommierten italienischen Modedesigners inspiriert ist.
Das Projekt entstand aus einer Kooperation der Valentino-Stiftung – unter Leitung von Valentinos Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti – mit der portugiesischen Bildhauerin und Künstlerin Joana Vasconcelos. Sie hat einen Rundgang entwickelt, in dem ihre eigenen - meist riesigen - Werke in Dialog mit den über Jahre entstandenen Kreationen des Designers treten.
„Ich wollte die Vielfalt und die Wunder von Valentinos Werk zeigen: wie er Stickereien eingesetzt hat, all die Stoffe, mit denen er gearbeitet hat, völlig unterschiedlich voneinander. Und auch, wie er aus diesen Materialien ein idealisiertes Frauenbild, eine Göttin, geschaffen hat“, sagt die portugiesische Künstlerin Euronews und erinnert daran, dass der Designer Valentino „mit seinen Kleidern die Identität von Frauen veränderte“.
Auf Grundlage des Archivs des Modemachers, auf das Joana Vasconcelos für diese Ausstellung Zugriff erhielt, hat sie nach eigenen Worten„Kleider ausgewählt, die nicht dem Klischee des ‚Valentino-Rot‘ entsprechen“. Diese Farbe steht stark für Vorstellungen von Macht, Leidenschaft und Sinnlichkeit. Trotzdem zeigt die Schau auch ein besonders emblematisches Stück in genau diesem Markenzeichen-Ton des italienischen Couturiers.
Bei der Präsentation von „VENUS – Valentino Garavani pelo olhar de Joana Vasconcelos“ für die Presse erklärt die Künstlerin Euronews, dassaus dieser „Idee von Luxus“ die Valkyrie Venus entstanden sei, eine monumentale Textilskulptur, die das Zentrum der gesamten Ausstellung bildet.
„Von diesem Werk aus ist die Ausstellung gewachsen, in derwir mit dem Paradox zwischen dem Häuslichen und dem Luxus spielen. Die Frau zu Hause, die Frau in der Intimität, die unsichtbare Frau; und die Frau im öffentlichen Raum, die zur Göttin wird, sobald sie ein Kleid von Valentino trägt“, erklärt Joana Vasconcelos. Die Valkyrie Venus selbst integriert die „Texturen“ und Farben der als Inspiration ausgewählten Kleidungsstücke.
Mit diesemauf den ersten Blick widersprüchlichen Verhältnis „zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen“ im Kopf entwarf die Bildhauerin in den Räumen des MAAT einen Weg, auf dem Besucherinnen und Besucher einige ihrer emblematischsten Arbeiten, aber auch neue Kreationen sehen. Sie treten dort in eine Symbiose mit Kleidern, die die Signatur des gefeierten italienischen Designers tragen.
Der Raum der Bügeleisen
Über den gesamten Prozess der Kleiderauswahl und deren Verbindung mit ihren Skulpturenverriet Joana Vasconcelos Euronews, das sei „keine Herausforderung gewesen“, sondern etwas „sehr Dynamisches und Lustiges“. Ein Beispiel ist der von ihr so genannte „Raum der Bügeleisen“, für den sie „Kleider ausgewählt hat, die sich gar nicht bügeln lassen“. Sie flankieren eine künstlerische Komposition, in der dieses Haushaltsgerät die Hauptrolle spielt.
„Dieseseltsame Art zu leben hat mich zu dieser Ausstellung geführt“, sagt sie. Es sei ein echtes „Spiel zwischen Kleidern, die man nur zu Momenten der Perfektion und des Luxus trägt“, und dem Leben „im Häuslichen, in dem solche Elemente nicht vorkommen“. Diese zweite Dimension zeigt sich entlang des Rundgangs durch die „Präsenz von Staubwedeln, Töpfen und Besteck“ und anderer typischer Utensilien des Alltags zu Hause.
Die Schau im MAAT ist eine adaptierte Version eines Projekts, das ursprünglich in der italienischen Hauptstadt Rom zu sehen war, und zwar imPM23, dem von Valentino und Giancarlo Giammetti gegründeten Kulturraum, wo sie bis zum 19. Juli 2026 lief.
„VENUS – Valentino Garavani pelo olhar de Joana Vasconcelos“, das sich als Begegnung von Kunst und Haute Couture versteht, findet anlässlich der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag des MAAT statt, in einer Phase, in der das Museum noch drei weitere neue Ausstellungen zeigt.