Boehringer führt die Rangliste an, Merck macht den größten Sprung. Wer sind die reichsten Deutschen, wer verliert Milliarden – und wo stehen Aldi, Oetker und Porsche?
Deutschlands Superreiche sind 2026 so vermögend wie nie. Doch die neue Rangliste des zeigt auch: Selbst unter den Superreichen gibt es Ungleichheit. Während die Familie Boehringer Ingelheim erstmals an der Spitze steht und die Mercks ihr geschätztes Vermögen um mehr als 26 Milliarden Euro steigern konnten, mussten andere Milliardärsfamilien empfindliche Einbußen hinnehmen. Das zeigt die Erhebung des Manager Magazins.
Platz 1: Familie Boehringer – 66,7 Milliarden Euro
Die Gesellschafterfamilie von Boehringer Ingelheim führt die Reichstenliste 2026 mit einem geschätzten Vermögen von 66,7 Milliarden Euro an. Damit gibt es eine neue Nummer eins. Das Pharmaunternehmen war in früheren Ausgaben der Rangliste aufgrund einer Vereinbarung aus den Anfangsjahren nicht berücksichtigt worden. Inzwischen wird die Familie offiziell geführt.
Der Aufstieg ist bemerkenswert: Boehringer Ingelheim steht damit deutlich vor dem Erstplatzierten von 2024 und 2025 Dieter Schwarz.
Platz 2: Dieter Schwarz – 53,7 Milliarden Euro
Schwarz kommt 2026 auf geschätzte 53,7 Milliarden Euro. Obwohl er seinen Spitzenplatz abgeben musste, ist sein Vermögen kräftig gewachsen: Gegenüber dem Vorjahr erzielte er ein Plus von 7,2 Milliarden Euro.
Der Eigentümer der Schwarz-Gruppe profitiert vom riesigen Handelsimperium mit Lidl und Kaufland. Hinzu kommen Aktivitäten in Entsorgung, Immobilien und Digitalisierung.
Schwarz ist damit weiterhin der mit Abstand reichste einzelne Unternehmer Deutschlands.
Platz 3: Familie Merck – 50,7 Milliarden Euro
Die Familie Merck konnte 2026 ihr geschätztes Vermögen mehr als verdoppeln. Es kletterte von 24,5 auf 50,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 26,2 Milliarden Euro. Damit sind die Mercks die größten Gewinner der aktuellen Rangliste.
Der Familie gehört das gleichnamige Pharmaunternehmen Merck. Es wurde 1668 gegründet und ist das älteste Pharmaunternehmen der Welt. Es produziert unter anderem Krebsmedikamente sowie Medikamente zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Das deutliche Wachstum dürfte auf das zweite Standbein der Mercks zurückgehen: Ihr Konzern stellt auch Halbleitermaterialien her, die beispielsweise für von Künstlicher Intelligenz (KI) genutzte Mikrochips benötigt werden.
Der größte Verlierer: Familie Porsche
Nicht alle deutschen Milliardäre konnten 2026 jubeln. Den größten absoluten Rückgang innerhalb der Top 50 verzeichnet die Familie Porsche. Ihr geschätztes Vermögen sank um 3,1 Milliarden Euro auf 12,4 Milliarden Euro. Damit landet die Familie auf Platz 17.
Der Rückgang steht im Zusammenhang mit unter Druck stehenden Autobranche. Der Familie Porsche gehören Anteile an Porsche sowie Volkswagen.
Auch die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt mussten Federn lassen. Ihr Vermögen ging um 2,8 Milliarden Euro auf 33,3 Milliarden Euro zurück. Sie stehen damit weiterhin auf Platz vier.
Zu den prominentesten Superreichen gehören weiterhin die Aldi-Erbenfamilien. Die Familien Albrecht und Heister, die hinter Aldi Süd stehen, kommen auf ein geschätztes Vermögen von 29,8 Milliarden Euro.
Damit liegen sie auf Platz fünf. Gleichzeitig konnten sie gegenüber dem Vorjahr 2,1 Milliarden Euro zulegen.
Aldi Süd bleibt damit eines der mächtigsten deutschen Handelsimperien. Das Vermögen der Eigentümerfamilien stammt nicht nur aus dem operativen Geschäft, sondern auch aus umfangreichen Immobilien- und Beteiligungsbeständen.
Auch die Unternehmer hinter Aldi Nord, Theo Albrecht junior und Babette Albrecht, gehören weiterhin zur deutschen Vermögenselite. Die Familie kommt auf 17,8 Milliarden Euro und belegt Platz neun. Gegenüber dem Vorjahr ist das Vermögen leicht um 0,2 Milliarden Euro gestiegen. Zusammen kommen die beiden Aldi-Lager damit auf rund 47,6 Milliarden Euro.
Oetker: 5 Milliarden Euro und weiterhin unter den Reichsten
Richard und Philip Oetker, Rudolf Louis Schweizer, Markus von Luttitz und Ludwig Graf Douglas werden gemeinsam mit einem geschätzten Vermögen von 5,0 Milliarden Euro auf Platz 47 geführt. Gegenüber dem Vorjahr konnten sie 0,5 Milliarden Euro zulegen.
Das Oetker-Imperium reicht weit über die bekannte Lebensmittelmarke hinaus. Zum Vermögenskomplex gehören unter anderem Beteiligungen an Unternehmen aus der Lebensmittel- und Genussmittelbranche sowie Hotels und weitere Investments.
Auch Dirk Roßmann und seine Familie gehören zu den großen Gewinnern im deutschen Einzelhandel. Das geschätzte Vermögen der Familie liegt 2026 bei 5,1 Milliarden Euro. Damit erreicht sie Platz 43 der Rangliste. Im Vergleich zum Vorjahr steht ein Plus von 0,2 Milliarden Euro. Neben Roßmann gehören auch die Eigentümerfamilien von dm zu den großen Vermögen des Landes.
50. Platz: Christian und Georg Haub – 4,8 Milliarden Euro
Auf Platz 50 stehen Christian und Georg Haub mit einem geschätzten Vermögen von 4,8 Milliarden Euro.
Ihre Vermögenswerte sind gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Zum Unternehmensumfeld gehören unter anderem Tengelmann Twenty-One, KiK und Obi.
Der Abstand zur Nummer eins ist gewaltig: Zwischen den 66,7 Milliarden Euro der Boehringer-Familie und den 4,8 Milliarden Euro der Haubs liegen fast 62 Milliarden Euro.